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Die Stadtentwicklung in Ostdeutschland wird seit Ende der 1990er Jahre zunehmend durch sozialräumliche Differenzierungen unter den Bedingungen eines starken Bevölkerungsrückgangs bestimmt. Systematische Erkenntnisse zur Segregation in den Stadtregionen der neuen Länder fehlen jedoch bislang. Die empirischen Ergebnisse einer umfangreichen Haushaltsbefragung des sächsischen Forschungsverbundes Stadt und Region leisten hierzu einen Beitrag. Im Zentrum der Studie stand die Frage nach den Perspektiven unterschiedlicher Quartierstypen (Plattenbau, einfacher und gehobener Altbau, sowie Eigenheimsiedlungen und Geschosswohnungsneubau, die nach 1990 im Umland der Großstädte geschaffen wurden) in den sächsischen Großstadtregionen. Dabei wurden dreizehn Wohnstandorte in Chemnitz, Dresden und Leipzig hinsichtlich der vorhandenen Bevölkerungszusammensetzung, selektiver Mobilitätsprozesse und der subjektiven Zufriedenheit der Bewohner analysiert. Auf der Grundlage dieser Indikatoren und mit Hilfe der Konzepte „Stabilität“ und „Instabilität“ wurden die Quartierstypen in schrumpfenden Stadtregionen charakterisiert und damit spezifische Problemkonstellationen bzw. Potenziale transparent gemacht.
Ergebnisse: Die festgestellten Entwicklungen in den untersuchten Wohngebieten verdeutlichen die Problematik einer zukünftigen Polarisierung innerhalb der sächsischen Großstadtregionen zwischen langfristig funktionsfähigen Gebieten einerseits und Teilräumen mit wachsenden sozialen und raumstrukturellen Problemen andererseits. Viele der Ergebnisse deuten auf eine kritische Entwicklung in den untersuchten Großwohnsiedlungen, in den einfacheren Gründerzeitgebieten, aber auch zum Teil in den neu entstandenen Geschosswohnungssiedlungen außerhalb der Stadtgrenzen hin. Die Situation in den Eigenheimgebieten und im repräsentativeren Altbau stellt sich dagegen verhältnismäßig unproblematisch dar. Die Analyse der Untersuchungsgebiete zeigt zwar, dass zu charakteristischen Wohngebietstypen durchaus generalisierbare Aussagen möglich sind. Diese allgemeinen Segregationstendenzen werden jedoch von differenzierteren Entwicklungen auf Grund spezifischer regionaler und lokaler Einflussgrößen überlagert, die letztendlich über die Perspektiven des einzelnen Quartiers entscheiden.
Publikationen: Herfert, Günter (2003): Zwischen Gentrification und Abwärtsspirale – Sozialräumliche Differenzierung in Wohnquartieren sächsischer Großstadtregionen Ende der 90er Jahre. In: Raumforschung und Raumordnung, 61 (3), S. 170-184. Wiest, Karin (2002):Die Stabilität von Wohnquartieren in schrumpfenden Städten Sachsens. In: Europa Regional, 10 (4), S. 192-203.
Bearbeitung: Günter Herfert, Sabine Tzschaschel, Karin Wiest
Kooperation: Kooperationsprojekt des Forschungsverbundes „Stadt und Region Sachsen“ Prof. Dr. Bernhard Müller (IÖR Dresden); Dr. Rainer Danielzyk, Dr. Olaf Schmidt (TU Dresden); Prof. Dr. Peter Jurczek, Bernhard Köppen, Annekatrin Reinsch (TU Chemnitz); Prof. Dr. Helga Schmidt, Prof. Dr. Reinhard Wießner (Universität Leipzig); Dr. Günter Herfert, Dr. Sabine Tzschaschel, Dr. Karin Wiest (IfL)
Laufzeit: 1999 bis 2001
Projektförderung: Forschungsverbund „Stadt und Region Sachsen“
Weitere Informationen:
Günter Herfert, Tel.: +49 (0)341 600 55-113
Karin Wiest Tel.: +49 (0)89 775205


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