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Im "Ring sicherer Nachbarstaaten"
Vergleichende Untersuchung mit dem Ziel, Erkenntnisse für ausgewogenere Beziehungen der EU zu ihren Nachbarstaaten zu gewinnen.
Die politische Integration der Europäischen Union geht einher mit der zunehmenden Konzentration auf die Erlangung und Erhaltung der inneren Sicherheit des Staatenbündnisses. Mit dem Ziel eines „sicheren Europa“ übt die EU zunehmend Einfluss auf die Nachbarländer aus und greift in die Gestaltung sozialer bzw. zivilgesellschaftlicher Verhältnisse außerhalb ihres eigenen Territoriums ein. Die damit eingeführte Verbindung zwischen der Herstellung innerer Sicherheit und der Herstellung sicherer Milieus außerhalb des eigenen Territoriums wird in der Forschung vorzugsweise als Problem der inneren Dynamik der EU behandelt.
Das Forschungsprojekt möchte in dieser Hinsicht eine Forschungslücke schließen und die EU-Extraterritorialisierungsstrategien aus der Perspektive der Nachbarstaaten Belarus, Ukraine und der Republik Moldau analysieren. Ziel ist es, anhand der Politikfelder Migration, Bildung und Wohlstandsförderung intendierte und nicht intendierte Wirkungen des EU-Engagements in den Nachbarstaaten in lokalen und regionalen Handlungskontexten vor dem Hintergrund ihrer heterogenen Ausgangsbedingungen vergleichend zu untersuchen. Als Ergebnis werden praxisbezogene Hinweise auf Möglichkeiten erwartet, die Beziehungen zwischen der EU und ihren Nachbarstaaten neu zu gestalten.
Im Rahmen des Forschungsprojekts werden drei zentrale Fragestellungen mit Hilfe ethnographischer Feldforschungen untersucht:
- Welche ist die gemeinsame Logik der Mechanismen des extraterritorialen EU-Engagements?
- Welche intendierten und nicht intendierten Effekte für lokale und regionale Kontexte der EU-Nachbarstaaten bringt das extraterritoriale EU-Engagement mit sich?
- Welche Motivationen und Handlungsoptionen haben die EU-Nachbarstaaten im Hinblick auf das EU-Engagement?
Bruns, Bettina / Zichner, Helga (im Erscheinen): Within a “ring of secure third countries”: Regional and local effects of the extraterritorial engagement of the European Union in Belarus, Ukraine and the Republic of Moldova. In: Eurolimes.
Staatliche Universität Brest (Belarus); Academia de Studii Economice a Moldovei, Chisinau (Republik Moldau); Deutsch-Moldauisches Forum; Association of Foreign Policy, Republik Moldau; Nationale Akademie der Wissenschaften, Kiev (Ukraine); Staatliche Mechnikov-Universität Odessa; Nationale Verwaltungsakademie der Ukraine beim Präsidenten der Ukraine, Regionalinstitut Lviv
Bettina Bruns
B_Bruns(at)ifl-leipzig.de
Tel.: +49 341 600 55-131


