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Aktuelle Pressemitteilungen

15. November 2019

Forschungsvorhaben über Wismut-Erbe gestartet

Am IfL angesiedeltes Vorprojekt erarbeitet methodische und inhaltliche Konzepte

Das Bergbauunternehmen Wismut AG und später SDAG Wismut (Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft) hat zwischen 1946 und 1990 Uran in Sachsen und Thüringen für die Atomindustrie der Sowjetunion abgebaut. Seit 1991 ist die bundeseigene Wismut GmbH mit der Sanierung und Rekultivierung der Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaus betraut. Anfang November haben die Länder Sachsen und Thüringen gemeinsam der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig die Aufgabe übertragen, multidisziplinäre Forschungen für das Wismut-Erbe zu entwickeln und Zeitzeugenschaften zu dokumentieren. Das geschieht in zwei Teilprojekten:

Das am Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) angesiedelte "Wismut-Erbe-Vorprojekt" wird inhaltliche und methodische Konzepte erarbeiten und mit dem Aufbau eines digitalen Forschungsportals "Wismut-Erbe" beginnen. Ziel ist es, eine verlässliche Wissensbasis über forschungsrelevante Themen, Art, Umfang und Zugänglichkeit von Materialien und über den bisherigen Forschungsstand zum Wismut-Erbe zu gewinnen. Münden wird das Vorprojekt im Sommer 2021 in einer interdisziplinär besetzten Konferenz zur Themenfindung für die weitere Wismut-Erbe-Forschung.

IfL-Direktor Sebastian Lentz: „Das Projekt wird sich auch daran messen lassen müssen, wie Inhalte aus dem umfangreichen Wissensbestand, der in Archiven, privaten Sammlungen, Nachlässen und Datenbanken lagert, für die Öffentlichkeit aufbereitet werden können. Wir wollen daher auch ein Vermittlungskonzept entwerfen, das die räumlichen Vernetzungen des Wismut-Erbes aufzeigt.“ Die moderne Landeskunde biete dafür Potenzial und könne als methodischer Leitfaden für die Aufarbeitung des Wismut-Erbes dienen. „Wir freuen uns sehr, unsere in vielen Projekten erworbenen Kompetenzen in der Vermittlung komplexer raumbezogener Zusammenhänge in das vorhaben einzubringen“, so Lentz. Dabei könne man beispielsweise auf die Erfahrungen aus der Neuausrichtung der Buchreihe „Landschaften in Deutschland“ zurückgreifen, die das IfL gemeinsam mit der Sächsischen Akademie der Wissenschaften herausgibt.

Das „Zeitzeugenprojekt“ führt die Sächsische Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Lehrstuhl Neueste und Zeitgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin durch. Es soll die Lebenswirklichkeit der Menschen im Wismut-Alltag bis hin zu den Erfahrungen in der Umbruch- und Sanierungszeit dokumentieren.

Die Bundesländer Sachsen und Thüringen finanzieren die Projekte bis 2021 mit je 200.000 Euro. Basis des gemeinsamen Vorgehens ist eine Absichtserklärung, auf die sich Sachsen, Thüringen, der Bund und die Wismut GmbH verständigt haben, um „ein der Geschichte und Bedeutung des Unternehmens Wismut angemessenes Erbe-Konzept zu entwickeln und umzusetzen.“

Weitere Informationen

Lisa Ellmers
L_Ellmers(at)ifl-leipzig.de

Ansprechpartner

Dr. Peter Wittmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presse(at)ifl-leipzig.de
Tel.: +49 341 600 55-174
Fax: +49 341 600 55-198

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