31.05.2018 bis 15.09.2018, Leipzig

Mit Carl Stangen unterwegs. Fotografien einer Amerikareise 1893

Ausstellung des IfL in der Leipziger Stadtbibliothek geht am 15. September zu Ende

Der Yosemite-Nationalpark in Kalifornien war ein Etappenziel der ersten deutschen Pauschalreise in die USA. (Ausschnitt einer Aufnahme von 1893 / © Leibniz-Institut für Länderkunde)

  • 1. Juni – 15. September 2018
  • Leipziger Stadtbibliothek, Wilhelm-Leuschner-Platz 10–11
    Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag 10 bis 19 Uhr
    Mittwoch 13 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 16 Ihr

Als ein für viele erschwingliches Konsumgut steht die Pauschalreise heute als Chiffre für standardisierten Massentourismus. Doch das war nicht immer so: In den Anfangstagen der durchorganisierten Gruppenexkursion im 19. Jahrhundert konnte sich nur eine schmale, finanziell unabhängige Oberschicht eine „Gesellschaftsreise“ leisten. 5400 Mark, den mehrfachen Jahreslohn eines Industriearbeiters, zahlten Touristen für den 84-tägigen Pauschaltrip in die USA, den der deutsche Reisepionier Carl Stangen 1893 anbot. Inspiriert von der All-inclusive-Erfindung des Briten Thomas Cook hatte der in Schlesien geborene Offizierssohn mit seinem Bruder Louis 1867/68 ein Reisebüro in Berlin eröffnet.

Anlass der Reise in die Vereinigten Staaten war die Weltausstellung in Chicago, die zur 400. Wiederkehr der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus stattfand. Die Route der 57-köpfigen Gruppe führte von New York bis an die Pazifikküste nach San Francisco. Unter den Teilnehmern befand sich William Davignon, auf der Passagierliste des für die Atlantikquerung gecharterten Schnelldampfers „Saale“ als "Student aus Lüttich" geführt. Der Belgier liebte nicht nur das Reisen, sondern war auch ein leidenschaftlicher Sammler. Aus seinem Besitz stammt das Fotoalbum „Reise in die USA 1893“, das sich heute mit weiteren 18 Prachtalben des späteren Privatiers im Archiv des IfL befindet.

Aus dieser einmaligen fotografischen Quelle schöpft die Ausstellung in der Leipziger Stadtbibliothek, für die Archivleiter Heinz Peter Brogiato 40 der insgesamt 138 Albumblätter ausgewählt hat. Die größtenteils von amerikanischen Berufsfotografen gemachten Aufnahmen zeigen ein Land im rasanten Aufbruch zur Weltwirtschaftsmacht. Städtebau und Verkehrstechnik der Moderne stehen im Osten im Vordergrund, der Westen der USA wird als Land von überwältigenden Naturschönheiten präsentiert. Nur bei einigen wenigen Bildern scheinen europäische Stereotype vom „Wilden Westen“ durch. Sie stammen von der Reisegruppe selbst.

Weitere Informationen

Dr. Heinz Peter Brogiato
Leibniz-Institut für Länderkunde
H_Brogiato(at)ifl-leipzig.de

Eine Auswahl von Fotografien in druckfähiger Auflösung finden Sie in unserem Download-Bereich

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