16.11.2017 bis 17.11.2017, Leipzig

Neogeographie – Kompetente Partizipation oder Illusion von Demokratisierung?

Fachtagung vom 16. bis 17. November 2017 in Leipzig

Das World Wide Web öffnete in den vergangenen Jahren zunehmend Möglichkeiten, mit einfachen Mitteln Webkarten für eigene Ziele zu erstellen und zu verbreiten. Schnell wurde aus wissenschaftlicher Perspektive die Schnittmenge des sogenannten Prosumers ausgemacht, und immer wieder stand die Demokratisierungsthese im Raum: Praktisch jeder sei heute in der Lage, leicht zugängliche Kartierungstools zu nutzen und die Welt mit seinen kartographischen Beiträgen zu bereichern.

Doch was sagt die Empirie? Wer sind die „Neogeographen“ in der Praxis? Inwieweit sind nutzergenerierte Karten von öffentlichem Interesse oder richten sich an bestimmte Zielgruppen? Welche neuen Anforderungen ergeben sich für die "Konsumenten" solcher interaktiven Karten? Bedarf es eines besonderen Umgangs mit nutzergenerierten kartographischen Inhalten? Und wenn ja, wie kann dieser gefördert werden?

Die Tagung beschäftigt sich jenseits von idealisierten oder technikorientierten Verheißungen mit der Frage, wie sich das Konzept der Neogeographie (Turner 2006) in den letzten zehn Jahren tatsächlich entwickelt hat. „Demokratisierung“ soll dabei nicht nur auf einen erleichterten Zugang zu Kartierungswerkzeugen verweisen, sondern auch die Vielfalt vermittelter Weltbilder ansprechen. Daran anknüpfend stellt sich die Frage, inwieweit Nutzer strategische oder instrumentalisierende Raumkonstruktionen durch Web 2.0-Karten reflektieren. Ein niederschwelliger Zugang zu Kartierungswerkzeugen garantiert nicht automatisch einen kompetenten Umgang mit Karten. Im Mittelpunkt der Tagung stehen daher die Kompetenzen nicht-kartographisch ausgebildeter Produzenten und Nutzer:

  • Wie gehen kartographisch nicht ausgebildete Personen mit Map Making Tools um und wie unterscheiden sich ihre Karten von professionell erstellten Geovisualisierungen?
  • Welche Faktoren und Vorkenntnisse spielen bei der Bedienung und Erschließung interaktiver Webmaps durch Nicht-Kartographen eine Rolle?
  • Wie interpretieren und bewerten Rezipienten nutzergenerierte Karten?

Anhand der gesammelten Eindrücke von Nutzerperspektiven und -anforderungen wird es auf einem Abschlusspodium um die Bedingungen und Einschränkungen für die Legitimität der Demokratisierungsthese gehen.

Konferenzprogramm herunterladen (PDF)

Wegen begrenzter Kapazitäten können derzeit keine weiteren Anmeldungen angenommen werden. Bei Interesse setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.

Weitere Informationen

Dr. Jana Moser
J_Moser(at)ifl-leipzig.de

 

 

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