15. Juni 2017

Biographie des Malers Ernst Vollbehr erschienen

Zahlreiche Reproduktionen aus den Sammlungen des IfL

Vulkanlandschaft im Osten der Insel Java. Ölgemälde von Ernst Vollbehr, ca. 1927–1928

Aus der Erbmasse des 1975 geschlossenen Deutschen Museums für Länderkunde besitzt das IfL eine Sammlung von rund 900 Werken des Malers Ernst Vollbehr (1876–1960). Dem damaligen Museumsdirektor Edgar Lehmann war es gegen politische Widerstände gelungen, die Gemälde aus Marburg in die DDR zu holen – obwohl Vollbehr alles andere als ein sozialistischer Künstler war. Vor dem Ersten Weltkrieg hatte er mehrere Reisen in die afrikanischen Kolonien des Deutschen Reichs unternommen. Fast 400 Gemälde im Archiv des IfL zeugen von dieser frühen Schaffensperiode. Von seinen in den 1920er-Jahren auf Weltreisen entstandenen Werken befinden sich 70 Gemälde mit Motiven aus Südostasien im Leipziger Archiv.

Vollbehrs Bilder zeigen fast immer Landschaften oder völkerkundliche Motive. Dennoch verschwanden sie in den Magazinen des Leipziger Museums – der Maler hatte sich politisch exponiert und galt als Vertreter des deutschen Kolonialismus und Militarismus. Während des Ersten Weltkriegs hatte er sich mit heroischen Frontbildern einen gewissen Namen gemacht. Noch deutlicher wurden seine politischen Überzeugungen, als er sich nach 1933 in den Dienst der NSDAP stellte. Fortan gehörten propagandistische Auftragsgemälde von den Reichsparteitagen, den Olympischen Spielen 1936 und vor allem dem Reichsautobahnbau zu seinem Portfolio. Seine Propaganda- und Kriegsbilder sind nicht im Besitz des IfL.

Die erste ausführliche Biographie des umstrittenen Malers ist jetzt im Mitteldeutschen Verlag erschienen. Ein Großteil der Abbildungen in dem Buch „Ernst Vollbehr. Maler zwischen Hölle und Paradies“ von Konrad Schuberth sind Reproduktionen von Originalen aus den Sammlungen des IfL.

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