26. Oktober 2017

Call for Papers: Planung im Wandel

Schwerpunktheft der Zeitschrift „Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning“ – Wissenschaftler und Praktiker sind eingeladen, Beiträge einzureichen.

Was unter "Planung" oder "planen" zu verstehen ist, ist ein ständiger und widersprüchlicher Prozess von Wandel und Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen. Komplexe Trends wie Migration, Klimawandel, politische Krisen und ökonomische Rezessionen überlagern sich heute in bisher nicht gekannter Weise. Gleichzeitig sollen Städte nicht nur räumliche Orte der Transformation sein, sondern sie sollen auf prozessualer (Planungs-)Ebene diese Herausforderungen in gute Lebensbedingungen für alle Bürgerinnen und Bürger wandeln. Die Anforderungen an die Art und Weise, wie diese Planungsprozesse aussehen und welche Ziele damit in der räumlichen Entwicklung verfolgt werden, geht damit über etablierte Planungsverständnisse hinaus.

Räumliche Planung ist in der Praxis so wandelbar wie vielfältig – doch was sind angesichts der heu-tigen schnellen Wandlungsprozesse Rollenverständnisse und Selbstbilder für raumbezogenes Han-deln? Das Schwerpunktheft der Zeitschrift „Raumforschung und Raumordnung | Spatial Reserach and Planning“ will Einblicke bündeln, wie sich Planung in organisationskulturellen Prägungen und individuellen Selbstbildern heute erlebt, positioniert und darstellt – und vor allem, was das für zu-künftige Rollen und Positionen in der Planung bedeuten kann. Divergierende Rollenverständnisse können aus alltäglichen Praktiken herauskristallisiert oder aus theoretischen Modellen und Konzepten – oft inspiriert aus benachbarten Disziplinen – entwickelt werden. Planerinnen und Planer sind auf der Suche nach einem neuen bedeutungsvollen Kern raumbezogener Prozesse, der ihre alltäglichen Tätigkeiten und Handlungsoptionen ausmacht. Wenn wir über die "große Transformation" (WBGU 2011, 2016), "planetary urbanization" (Brenner 2014), die New Urban Agenda (Habitat III), "Alles 4.0" und das Ende klassischer staatlicher Steuerungsmöglichkeiten diskutieren – wer und was ist dieser Kern von Planung zukünftig?

Ziel des Schwerpunkthefts ist es, aktuelle Ansätze, Positionen und Reflexionen über Planung als raum- und handlungsbezogene Disziplin zur Diskussion zu stellen, den Forschungsstand aufzubereiten und durch sowohl theorie- wie empiriebasierte Beiträge Bausteine einer zukünftigen Planung herauszuarbeiten. Rollenverständnisse und Selbstbilder dienen damit als gemeinsamer Bezugsrahmen, den es zu reflektieren und in potenzielle Zukünfte weiterzudenken gilt. Dazu gehören insbesondere:

  • Aktuelle Prozesse und Treiber des Wandels, beispielsweise empirische Studien zur heutigen Planungspraxis, vergleichende Untersuchungen auf unterschiedlichen Maßstabsebenen, Konsequenzen globaler Trends und gesellschaftlicher Entwicklungen für Planungshandeln, Auswirkungen der Digitalisierung auf Planende, Planungshandeln in konfliktreichen Großprojekten, Veränderungen von Rahmenbedingungen und Entscheidungsmöglichkeiten

  • Reflexionen planerischer Rollenverständnisse und Selbstbilder, beispielsweise neue Themen, Widersprüche und Konflikte in Planungswissenschaft und -praxis, Vergleiche zwischen der Selbst- und Fremdperspektive auf Planende, veränderte Formen der Zusammenarbeit und Rollenverteilung zwischen Wissenschaft und Praxis, kritische Auseinandersetzungen mit vorherrschenden Rollenverständnissen, Wandel von Selbstbildern im Zeitverlauf

  • Theoretische Weiterentwicklungen und Ausblicke in die Zukunft, beispielsweise geeignete Forschungsmethoden, neue Konzeptionen von Rollenverständnissen, zusätzliche theoretische Perspektiven, Verknüpfungen zu anderen Disziplinen und Denkweisen, theoriebasierte Ausblicke in mögliche Zukünfte

Gesucht werden Beiträge, die einerseits aus wissenschaftlicher Perspektive über theoretisch abgeleitete Rollenbilder und über organisationskulturelle Eigenheiten der Planung nachdenken. Andererseits helfen belastbare empirische Kenntnisse handlungsorientierter Praktiken der Planenden selbst und deren Verständnis räumlicher Planung, die städtische Entwicklung vor dem Hintergrund globaler Vernetzung, beschleunigter Entwicklungstrends und großen Transformationsprozessen planvoll zu begleiten.

Die Beiträge im Schwerpunktheft „Planung im Wandel – von Rollenverständnissen und Selbstbildern“ sollen vor diesem Hintergrund innovative Einblicke in aktuelle und zukünftige Rollenverständnisse und Selbstbilder in der Planung einbringen und zur wissenschaftlichen Fundierung und Weiterentwicklung des Verständnisses über Zusammenhänge von Wandel, Selbstbildern und eingenommenen Rollenverständnissen beitragen. Darüber hinaus ergänzt das Heft die deutschsprachige Diskussion um aktuelle internationale Perspektiven der Rollenverständnisse von Planerinnen und Planern, das heißt Beiträge sind sowohl aus dem deutschsprachigen Raum als auch aus der internationalen Debatte willkommen.

Weitere Informationen

Dieser Call for Papers für ein Schwerpunktheft in der Zeitschrift „Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning“ lädt interessierte Wissenschaftler und Praktiker ein, einen Beitrag zu den vorgenannten Schwerpunkten einzureichen. Die Beiträge durchlaufen das übliche Reviewverfahren, der geplante Erscheinungstermin des Themenheftes ist Anfang 2019.

Einreichen der Manuskripte bis 15. April 2018 über die Webseite der Zeitschrift (bitte beachten Sie die Autorenhinweise).

Es ist vorgesehen, das Reviewverfahren bis voraussichtlich Herbst 2018 abzuschließen, der Erscheinungstermin ist Anfang 2019.   

Für inhaltliche Rückfragen oder die Diskussion von Ideenskizzen oder Entwurfsfassungen stehen Dr. Christian Lamker (christian.lamker(at)tu-dortmund.de) und Dr. Meike Levin-Keitel (le-vin(at)umwelt.uni-hannover.de) zur Verfügung, für organisatorische Fragen die Schriftleitung der Zeitschrift Prof. Dr. Andreas Klee (klee(at)arl-net.de).

Raumforschung und Raumordnung – Spatial Research and Planning

Die Zeitschrift wendet sich an die raumbezogene Wissenschaft im In- und Ausland sowie an Politik, Praxis und die interessierte Öffentlichkeit – mit wissenschaftlichen Beiträgen, Berichten aus Forschung und Praxis und kompetenten Kommentaren zu wichtigen neuen Publikationen im In- und Ausland. Erscheint mit sechs Ausgaben pro Jahr (fünf Variahefte, ein Themenheft) bei Springer. Weitere Informationen finden Sie hier

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