8. Mai 2018

Kulturerbe historische Karten

IfL stellt 1400 Datensätze zur freien Verfügung – Projekt "Leibniz Maps" bietet Orientierungshilfen

Im Rahmen des Kultur-Hackathons "Coding Da Vinci Ost" hat das IfL seine historische Kartensammlung in digitaler Form unter CC0-Lizenz zur freien Verfügung gestellt. Die Kollektion besteht aus Karten des 17. bis 19. Jahrhunderts. Darunter sind Weltkarten, Stadtpläne, Verkehrskarten, topographische Karten, Seekarten, Militärkarten oder auch physische Karten verschiedenster Regionen weltweit. Alle rund 1400 Karten wurden am IfL digitalisiert und stehen als JPG-Dateien und im hochauflösenden TIFF-Format bereit. Die Metadaten umfassen eine inhaltliche Erschließung nach geographischen Schlagworten und eine thematische Zuordnung nach geographischem Thesaurus. Jede Karte wurde zudem georeferenziert und lässt sich anhand ihrer Koordinaten im Raum verorten. 

Das Projekt „Leibniz Maps“

Ein erstes Projekt auf Grundlage der so aufbereiteten Kartensammlung ist bereits im Internet zugänglich. Matthias Müller-Prove, Innovations- und Interaktionsdesigner aus Hamburg, hat unter dem Label Leibniz Maps 1127 Metadatensätze so transformiert, dass sich aus einer Tabelle jede beliebige Karte als JPEG aufrufen und im Satellitenbild verorten lässt (Anwendung aufrufen). Klickt man auf das Zentrum des Kartenumrisses, können die Koordinaten über soziale Medien geteilt, per E-Mail verschickt oder der entsprechende Ort in anderen Kartenprogrammen aufgerufen werden. Was noch fehlt, ist eine Möglichkeit, die Tabelle nach Suchbegriffen zu filtern und dadurch handlicher zu machen. Eine gewisse Hilfe bietet einstweilen die Suchfunktion des Browsers. Die Anwendung ist mit gängigen Web-Browsern kompatibel. (Alle Karten sind zudem im Online-Katalog der Bibliothek recherchierbar.)

Kultur-Hackathon "Coding da Vinci"

"Coding da Vinci" ist der erste deutsche Hackathon für offene Kulturdaten. Seit 2014 vernetzt das Projekt technikaffine und kulturbegeisterte Communities mit deutschen Kulturinstitutionen, um das kreative Potenzial in unserem digitalen Kulturerbe weiter zu entfalten. Das Auftakttreffen zu „Coding da Vinci Ost“ mit einem Fokus auf den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fand vom 14. bis 15. April 2018 in Leipzig statt. Lokale Veranstalter waren die Universitätsbibliothek Leipzig, das Institut für Digitale Technologien (IfDT) und das OK Lab Leipzig. Die Preise für die besten Projekte werden am 16. Juni 2018 verliehen, ebenfalls in der Bibliotheca Albertina.

Weitere Informationen

https://codingdavinci.de

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