Kartenporträt

Hier stellen wir in loser Folge historisch interessante Karten oder Kartenwerke aus den Beständen der Geographischen Zentralbibliothek vor. Mit Erläuterungen von Heinz Peter Brogiato

 

Nordpolarkarte 1:5.000.000

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Nachdem die großen Landgebiete in Afrika und Asien weitgehend bekannt waren, blieben die Polargebiete als letzte Herausforderung für europäische und nordamerikanische Entdecker. Den Wissensstand am Ende des 19. Jahrhunderts dokumentieren zwei Wandkarten, die im Wiener Verlag Ed. Hölzel 1895 (Süd-Polar-Gebiet) und 1899 (Nord-Polar-Gebiet) erschienen. Autor der beiden polständigen Karten ist der Österreicher Vinzenz Haardt von Hartenthurn (1843–1914). Er war bis 1896 Chefkartograph bei Hölzel und anschließend im Militärgeographischen Institut in Wien.

Die Nordpolarkarte besteht aus vier Blättern und ist auf Leinwand aufgezogen. Der detailreichen Hauptkarte im Maßstab 1:5 Mio. verleihen Schummerung und Höhenfarben ein plastisches Bild. Die Karte enthält unter anderem Informationen über Vegetations- und Anbaugrenzen, Meerestiefen und -strömungen und die Routen der wichtigsten Entdeckungsfahrten seit 1850. Haardt widmete die Karte dem „Geheimen Rath Hans Graf Wilczak Ehren-Präsidenten der k.k. geographischen Gesellschaft in Wien“. Johann Nepomuk Wilczek (1837–1922) war ein Forschungsreisender. Er gilt als wichtiger Förderer der dramatisch verlaufenen Österreichisch-Ungarischen Nordpolexpedition (1872–1874) unter Julius Payer und Carl Weyprecht.

Die beiden Polarkarten erhielt das IfL im April 2019 im Nachlass Hans Gazert (1870–1961). Gazert begleitete als Arzt und Wissenschaftler die erste Deutsche Südpolarexpedition (1901–1903) unter der Leitung Erich von Drygalskis. Der wissenschaftliche Nachlass zu dieser Forschungsreise befindet sich ebenfalls im Archiv des IfL.

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