Kartenporträt

Hier stellen wir Ihnen in loser Folge historisch interessante Karten oder Kartenwerke aus den Beständen der Geographischen Zentralbibliothek vor. Mit Erläuterungen von Heinz Peter Brogiato

 

Karte des Deutschen Reiches 1:100.000 – Blatt Nimmersatt

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Zu einer gesamtstaatlichen Landesvermessung konnte es erst nach der Reichseinigung 1871 kommen. Am 4. März 1878 schlossen die Königreiche Preußen, Sachsen, Bayern und Württemberg eine Militärkonvention zur Schaffung eines einheitlichen Kartenwerks („Generalstabskarte“). Bis 1904 entstanden 675 Kartenblätter, davon alleine 545 von Preußen. Die Karten wurden als Kupferstiche hergestellt, waren zunächst einfarbig, seit 1899 auch dreifarbig. Die Darstellung der Höhenverhältnisse erfolgte in Schraffenmanier. Jedes Blatt deckt eine Fläche von ca. 1000 qkm ab.

Die Geographische Zentralbibliothek verfügt über alle Blätter des Kartenwerks und hat damit begonnen, sie zu digitalisieren und zu katalogisieren. Die Kartenblätter wurden von Norden nach Süden durchnummeriert. Blatt 1 trägt den Titel „Nimmersatt“. Nimmersatt war der nördlichste Ort des Deutschen Reiches. Nördlich davon verlief die Grenze zum Russischen Reich, erkennbar an einer Strich-Punktsignatur und den eingezeichneten Zollhäusern. In der Karte von 1918 ist bereits Litauen, das sich am 16. Februar für unabhängig erklärte, als Nachbarstaat eingetragen. Durch Annexion fiel der nördliche Teil Ostpreußens („Memelland“) 1923 an Litauen, seither heißt Nimmersatt offiziell Nemirseta und gehört seit 1958 zu Palanga (Polangen).

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