Werkstattgespräch Atlas-Zukünfte

Wie könnten Atlanten der Zukunft aussehen? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein vom IfL organisiertes Werkstattgespräch „Atlas-Zukünfte“ vom 9. bis 10. Juni 2016 in Leipzig.

Im Mittelpunkt stand der interdisziplinäre Austausch und die Integration bisher nicht oder wenig berücksichtigter Ansätze – von Kunstprojekten über neue karographische Darstellungsformen bis hin zum Semantic Web-Ansatz. Rund 30 Geographen, Kartographen, Informatiker, Journalisten und Künstler beteiligten sich an der Diskussion über Konzepte, Inhalte und Technologien. In gemischten Arbeitsgruppen entwickelten sie vielfältige Perspektiven und neue Einsatzmöglichkeiten für zukünftige Atlanten (Flipchart-Fotos ansehen)

Für eine weitere Beschäftigung mit dem Thema kristallisierten sich drei Schwerpunkte heraus:

  • Das Konzept der Kuration reflektiert die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten von (Online-)Kartenwerken, GIS und weiterer Software zum Erstellen von Karten. Es beinhaltet Überlegungen, wie angesichts sich verändernder technischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen Daten organisiert und Darstellungsformen angepasst werden können.

  • Atlanten sollen zukünftige Nutzer auch emotional ansprechen. Story-Maps sind eine Möglichkeit, Kartennarrative zu erzeugen, mit denen Nutzer ihre Geschichten visuell (und zumeist online) selbst erzählen können.

  • Transparent aufbereitete Informationen sowie freier Zugang zu Daten (linked data u.a.) und Produktionsprozessen sind wichtige Voraussetzungen, um bessere Grundlagen für erweiterte Erstellungsmöglichkeiten von Atlanten zu schaffen.

Diese Schwerpunkte wollen wir auf weiteren Treffen vertiefend diskutieren. Interessierte können sich in unseren Verteiler eintragen. Bitte senden Sie hierfür eine E-Mail an Prof. Dr. Francis Harvey, F_Harvey(at)ifl-leipzig.de.

Statements und Präsentationen

Zur Dokumentation des ersten Werkstattgesprächs hatten die Teilnehmer vorab in wenigen Sätzen ihre persönlichen Interessen bzw. Forschungsaktivitäten zum Thema "Atlas-Zukünfte" formuliert. Von allen nicht im IfL tätigen Experten haben wir zudem Videoclips ihrer Präsentationen vor dem Plenum erstellt. Beide Formate können Sie hier per Mausklick auf den Namen abrufen.

Thomas Bartoschek

Ich bin Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geoinformatik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, wo ich das Forschungs- und Schülerlabor GI@School leite und dem Spatial Intelligence Lab angehöre. Meine Forschung im Kontext "Lernen mit Geotechnologien" liegt an den Schnittstellen von Geoinformatik, Raumkognition und Geographiedidaktik. Dort erforsche ich empirisch den Einfluss der Nutzung von Geotechnologien durch Kinder und Jugendliche auf den Erwerb räumlicher Kompetenzen. Weitere Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Human-Computer-Interaction, Volunteered Geographic Information und Citizen Science, hier insb. im Bereich des Participatory Sensing. In meiner Arbeit entwickele ich Produkte, Projekte und Formate für formelle und informelle Bildung mit und Kommunikation von Geoinformatik.

Lea Bauer

Zentrale Aussagen sozialwissenschaftlicher Grundlagentexte in Form von Visualisierungen zusammenzufassen war für mich regelmäßige Aufgabe im Studium und sehr eindrückliche Erfahrung: Einerseits natürlich als Methode für eine intensive Auseinandersetzung mit Theorien oder (Projekt)Konzeptionen. Andererseits aber weist eine vergleichende Betrachtung solcher experimentellen Text-Visualisierungen u.a. auch darauf hin, dass Konzepte auf viele unterschiedliche Weisen angeeignet, reproduziert und visuell repräsentiert werden - genau diese Unterschiedlichkeit liefert spannende Ansatzpunkte für vertiefende Diskussionen zum jeweiligen Thema. Ausgehend von dieser Erfahrung sowie aus dem Interesse an visuell ansprechenden Darstellungen zu raumbezogenen Forschungsprozessen interessiere ich mich für Infografiken, Karten und ihrer Sammlung in Atlanten sowie deren Erstellungsprozesse.

Aletta Bonn

Citizen Science ist eine Form des ‚Gemeinsam Wissen Schaffen', und für die Erstellung von kollaborativen Werken wie Atlanten war die Einbindung des Wissens von vielen verschiedenen Wissensquellen und vielen Mitwirkenden schon immer zentral. Aus der partizipatorischen Naturschutz- und Ökosystemleistungs- Forschung kommend, haben wir über die letzten 2 Jahre mit über 700 Beteiligten das Grünbuch für eine Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland entwickelt. Nun interessiert uns in einem nächsten Schritt wie in einem Lebendigen Atlas - Natur Deutschland verschiedene Informationen und Aktivitäten räumlich repräsentiert und ansprechend synthetisiert in Karten oder anderen visuellen Formaten dargestellt und interaktiv auswertbar zur Verfügung gestellt werden können.

Tim Elrick

Aus der sozialen In|Exklusionsforschung kommend und GIS Werkzeuge schon seit jeher reflektiert nutzend, beschäftige ich mich nun schon einige Jahre mit einer kritischen Geoweb-Forschung, die nicht nur die produzierten Daten und (Re)Präsentationen im Blick hat. Vielmehr richtet sich mein Blick auf die sozialen Produktionsprozesse hinter den Daten, Algorithmen und Techniken sowie die Transformation der Raum|Gesellschaft-Prozesse im digitalen Zeitalter. Derzeit stehen Projekte zur Privatheit von Geodaten, dem Umgang und Nutzung von Geodaten durch Unternehmen sowie zur Möglichkeit der Verwendung von volunteered geographic information (VGI) für das Monitoring von sozialen Prozessen im städtischen Umfeld im Fokus. Empirisch arbeite ich dabei derzeit insbesondere mit OpenStreetMap und Twitter-Daten.

Andrea Benze

Architekten und Stadtplaner entwickeln Entwürfe vorwiegend an Darstellungen der materiellen Umgebung. Doch Stadt besteht nicht nur aus Häusern, Bäumen und Straßen, sondern ist in natürliche Kreisläufe eingebunden und wird durch gesellschaftliche sowie individuelle Beziehungen, Verbindungen, Wahrnehmungen, Empfindungen und Bedeutungen produziert. Dieses relationale Verständnis von Raum ist grundlegend für meine Kartierungen von materiellen und immateriellen Aspekten des Städtischen. Ein umfassender Raum wird sichtbar, im stadträumlichen Kontext analysierbar und kann als Ausgangspunkt für konkrete baulich-räumliche Entwürfe dienen. Diese Ziele verfolge ich innerhalb meiner Professur für Städtebau und Theorie der Stadt und mit Anuschka Kutz als OFFSEA - office for socially engaged architecture.

Christian Hanewinkel

Bei mir gibt es definitiv eine Atlantenvergangenheit. Vom Nationalatlas Bundesrepublik Deutschland bis zum Kleinen Atlas der Siedlungsnamen war ich mit der Konzeption und dem Projektmanagement von Atlanten beschäftigt. In Rahmen dieser Tätigkeiten, aber auch bei eigenen inhaltlichen Beiträgen, haben sich für mich immer wieder spannende Fragen zu kartographischen Visualisierungen ergeben, die zur Entwicklung von neuen Darstellungsmethoden führten. Darüber hinaus stellt die Kombination aus Interaktivität und Visualisierung, wie beispielweise Animationen oder interaktive Diagramme in Karten, für mich ein kreatives Feld für neue Gestaltungsideen dar. Außerdem ergeben sich immer wieder kleinere Forschungsprojekte mit eher kuriosen Themen aus den Bereichen der Wirtschafts- und Sozialgeographie, deren Ergebnisse auch in Karten umgesetzt werden.

Dirk Hänsgen

Das forschungsleitende Interesse meiner Arbeiten gilt der geschichtlichen Entwicklung des geo- und kartographischen Denkens bzw. deren begriffs-, ideen- und wissensgeschichtlichen Grundlagen, wobei der zeitliche Schwerpunkt besonders im 19. und 20. Jahrhundert liegt. Damit verbunden ist der analytische Blick auf zeitgenössische Forschungspraktiken und die daraus erwachsenden habituellen Prägungen von Geo- und Kartographen. Historische Karten, Atlanten sowie zugehörige archivalische Kontextmaterialien und kartentheoretische Schriften bilden dabei zentrale Quellenbestände. Gegenwärtige Forschungsarbeiten in diesem Feld erfolgen über Studien zur geopolitischen Kartographie und durch die Beteiligung im SFB 1199 Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen im Teilprojekt C01, das sich globalhistorisch vergleichend mit der Rolle Geographischer Gesellschaften befasst.

Francis Harvey

Atlanten, Karten, Fernsehen und viele Bücher bleiben Hauptelemente der Entdeckung der Welt(en), zunehmend von Videos, Websites und Applikationen ergänzt, erweitert und ersetzt. Materiale Medienformen bilden die Referenz für unsere Entdeckungen, aber es geht um Wissen und Kommunikation - Medien sind nur die Mittel. Mich treibt dabei die Frage um, wie wir die Vermittlung und Veröffentlichung von graphischen und textlichen Materialien durch ein wechselseitiges Programm, das diverse praktische Entwicklungen mit theoretischen und methodischen Auseinandersetzungen für verschiedene und vielfaltige Gruppen verbindet, vorantreiben können. Dabei kommt man zwangsläufig auf grundlegende Fragen zurück: wie verstehen wir räumliche Darstellungen, wie repräsentieren wir sie künftig und wie gehen wir mit der Unterbestimmtheit der Sprache und visueller Mittel um?

Frank Heidmann

Lehre und Forschung an der Schnittstelle Human-Computer Interaction (HCI)und (Geo)Information Visualization. Entwicklung neuer Interaktionsformen (Natural User Interfaces) für große Präsentations- und Interaktionsflächen (Multi-Touch-Tabletops, Interactive Surfaces) und kleine Devices (Mobile Apps, Smart Watches, Wearables, Smart Clothes, AR/VR) in diversen Anwendungsdomänen: Smart City, Smart Housing, Ambient Assisted Living, Automotive, eHealth, Public science understanding etc. Weitere Schwerpunkte liegen in der Konzeption und Entwicklung neuer personalisierter georeferenzierter Visualisierungsformate, Geovisualisierungen für das Desaster Management, Visualisierung von Umweltdaten etc. Inter- und transdisziplinäre Forschung im Bereich urbaner Transformationsprozesse hin zu nachhaltigeren Lebens- und Arbeitsweisen.

Benjamin Hennig

In Rahmen meiner Forschung zu globalen, regionalen und lokalen Ungleichheiten habe ich mich in den vergangenen Jahren auch ausgiebig mit der Entwicklung von neuen Anwendungsbeispielen von anamorphen Kartendarstellungen ("Kartogramme") beschäftigt. In den von mir in diesem Rahmen entwickelten gridded cartograms sehe ich eine gute Möglichkeit, den Blick auf die Mensch-Umwelt Beziehungen im Zeitalter des Anthropozän in einer neuen Dimension zu visualisieren. Die dabei entstehenden Kartenwelten zeigen die vielfältigen Dimensionen und komplexen Wechselwirkungen zwischen den unterschiedlichen physischen und sozialen Räumen, in denen wir leben.

Sebastian Koslitz

Eine Folge der digitalen Revolution ist die Bereicherung an Publikationsmedien und neuartige Nutzergruppen von Inhalten. Inhalte in diesem Kontext zu erstellen und zu verwalten benötigt Anpassungen der Inhaltsmodelle (Adaptiver Content). Diese anpassungsfähigen Inhaltsmodelle zeichnen sich durch strukturierte Inhalte und aussagekräftige Metadaten aus. Inhaltsmodellierung ist ein wichtiger Prozess, um Inhaltstypen und deren Attribute zu definieren. Die Buchreihe "Landschaften in Deutschland" publiziert seit dem Band 78 (2015) auch online. Basierend auf der bestehenden Informationsarchitektur der Online-Inhalte, konzipiere und entwickle ich derzeit eine brauchbare Benutzeroberfläche für die Verwaltung der Inhaltsmodelle. Eine im Aufbau befindliche Inhaltsschnittstelle (Content API) ergänzt die Informationsarchitektur.

Roland Krämer

Ich bin durch und durch Geograph, mit den Schwerpunkten Geoinformation und Fernerkundung. D.h. ich betrachte Probleme/Themen so gut es geht ganzheitlich, sowohl aus natur- als auch sozialwissenschaftlicher Perspektive. Durch meine derzeitige Arbeit am Department Ökosystemleistungen des UFZ und gleichzeitig am Dt. Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) beschäftige ich mich vor allem mit Ökosystemen in Stadt und Land, deren biologischer Vielfalt und und der Bedeutung für den Menschen.
Dabei interessieren mich zunehmend partizipative Ansätze/Methoden, wie Citizen Science oder Volunteered Geographic Information, die auch den Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Gesellschaft unterstützen können. Unser derzeitiges Großprojekt "Lebendiger Atlas - Natur Deutschland" vereint alle dieser Aspekte.

Chris Kray

Ziel meiner Arbeit ist es, Ansätze und Systeme zu entwickeln, mit denen möglichst viele NutzerInnen (komplexe) Aufgaben mit Raum- und Zeitbezug einfach und intuitiv lösen können.  Beispiele für solche Aufgaben sind Navigation und Orientierung, Entscheidungsfindung (z.B. in der Stadtplanung) oder das Verstehen komplexer Zusammenhänge.  Hierzu erforsche ich neue Interaktions- und Visualisierungstechniken und arbeite an Evaluations- und Entwurfsmethoden für mobile und stationäre Geo-Dienste. Zum Einsatz kommen dabei u. a. Ansätze aus folgenden Disziplinen: Geoinformatik, Mensch-Maschine-Interaktion (HCI) und User-Centred Design (UCD). Zentrale Elemente sind dabei die kontinuierliche Einbeziehung von NutzerInnen sowie die Kombination von Theorie und Praxis.

Tim Leibert

Ich beschäftige mich aus Autorensicht mit Geovisualisierungen (häufig) und Atlanten (von Zeit zu Zeit). Dabei ist mein Anspruch, ästhetische und verständliche Karten und Abbildungen zu entwerfen, mit denen meine Argumente unterstrichen und komplexe räumliche Sachverhalte visualisiert werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Visualisierung quantitativer und statistischer Daten. Was mir fehlt ist eine Rückmeldung aus Leser-/Nutzersicht, ob die Visualisierungen diese Ziele auch erfüllen, ob nicht vielleicht doch weniger mehr wäre.

Eric Losang

Wenn jede Landkarte eine Geschichte erzählt, dann sind Atlanten die Märchen- und Bilderbücher der Geographie. Einen Großteil meines wissenschaftlichen Berufslebens habe ich mit der Herstellung von oder der Forschung über diese räumliche Prosa verbracht. Genauso lange begleitet mich die Frage, wie oder ob sich Atlanten verändern müssen, um einer Vielzahl sich stetig verändernder Rahmenbedingungen der Informations- und Wissensgesellschaft gerecht zu werden. So sind selbst im Zeitalter von Screen Culture, Ambient Intelligence und Immersive Maps grundlegende nach Aspekten der Transformation und Kommunikation bei der Repräsentation raumbezogener Informationen so bedeutend wie vor 25 Jahren - ein Thema, dem ich mich disziplinübergreifend zu nähern versuche. Denn letztlich bestimmen die Nutzer den Erfolg von Atlanten.

Boris Michel

Als promovierter Soziologe und Mitarbeiter an einem Institut für Geographie ist mein Blick auf Karten und Kartographie zunächst ein etwas externer. Im Zuge meines späten Einstiegs in die Geographie und eines wachsenden Interesses an ihrer Geschichte und ihren Epistemologien, beschäftige ich mich seit einigen Jahren mit critical cartography. Dabei arbeite ich in einem wissenschaftsgeschichtlichen Projekt zur Geschichte geographischer Visualisierung, gemeinsam mit Tim Elrick und Georg Glasze an einer Einführung in die Kartographie aus sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive und im Schnittfeld zwischen Akademie und Aktivismus an einem Atlas kritischer Kartographien.

Judith Miggelbrink

Karten und Atlanten interessieren mich vor allem in Zusammenhang mit meinen Forschungen zu visuellen Geographien und wie durch sie (und andere visuelle Mittel) Wirklichkeiten, Objektivität und Authentizität geschaffen wird bzw. geschaffen werden soll. Die Beschäftigung mit Karten und Atlanten ist für mich also Teil der Politischen und Sozialgeographie. Außerdem interessieren mich Karten und Atlanten als ästhetische Produkte. Ich entwerfe nur selten Karten oder Kartenskizzen selber, würde das aber gern häufiger machen, weil es mich auf neue Ideen bringt. Dazu fehlen mir aber die technischen Mittel ("laientauglich und trotzdem ansprechend"), so bleibt es oft bei einem Bleistiftgekritzel. Eine Art Bibliothek oder Software-Labor zum Experimentieren fände ich reizvoll.  Mein Interesse an Karten/Atlanten ist also ziemlich heterogen und vielleicht auch widersprüchlich.

Jana Moser

Karten sind allgegenwärtig - Karten können heute von Vielen in der Gesellschaft nicht nur genutzt sondern auch produziert werden. Daraus ergeben sich Fragen nach der Herstellung von Karten und anderen raumbezogenen Visualisierungen, nach deren Rezeption, aber auch nach der Produktion und Aneignung von Raumwissen durch Karten. Fragen wie diese untersuche ich derzeit mit Kollegen im Rahmen zweier Forschungsprojekte: "Demokratisierung von Expertenwissen: Kartenproduktion und Kartengebrauch in neuen Medienwelten" und "Karten zur Globalisierung: Herstellung und Visualisierung von Raumwissen". Darüber hinaus entwickle ich mit der IfL-Arbeitsgruppe Kartographie und unter Bezugnahme auf die Erfahrungen mit mehreren Atlasprojekten verschiedene Kartenherstellungstechnologien (u.a. GIS) weiter und arbeite an der gegenseitigen Integration von Methoden und Technologien zwischen gedruckten und Web-Karten (Landschaften in Deutschland online).

Daniel Nüst

Daniel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geoinformatik ifgi) an der Universität Münster. Er promoviert im DFG-Projekt Opening Reproducible Research (http://o2r.info) über neue Wege digitale Forschung zu finden, interaktiv zu erkunden, zu reproduzieren, und langfristig zu archivieren. Im Projekt wird ein ausführbares Forschungskompendium entwickelt, welches Daten, Software, Text und Interaktionsschnittstellen kohärent vereint. Dieses Kompendium ist eine zeitgemäße Form der Publikation von Wissen, die über die heutigen wissenschaftlichen Papiere hinaus geht. Daniel's Begeisterung für Geoinformatik, Karten, und Reproduzierbarkeit sind verwurzelt in dem Wunsch mit neuen Technologien einen positiven Beitrag zur Lösung von Problemen unserer Zeit zu leisten.

Sandra Rendgen

Als freie Autorin schreibe ich über Datenvisualisierung und interaktive Medien und arbeite in der Konzeption von interaktiven Installationen. Dabei ist es essentiell, Formate der Wissensvermittlung und der Erzählung immer weiter zu entwickeln. Die Darstellung von Informationen in Karten und deren Zusammenstellung in Atlanten wurde über Jahrhunderte eingeübt. Nun gibt uns die technische Entwicklung eine Vielzahl von Optionen an die Hand, wie wir Wissenssammlungen wie den Atlas neu konzipieren können - eine Welt, die wir uns Schritt für Schritt erarbeiten müssen. Stichworte sind etwa die Integration von Nutzerdaten, die Zusammenführung von Daten verschiedener Herkunft oder neue Konzepte der Interaktion, aber auch die Vision eines immersiven Atlas, der unsere Weltwahrnehmung räumlich erfahrbar macht.

Simon Scheider

Ich bin Assistenzprofessor in Geographic Information Science am Department of Human Geography and Spatial Planning in Utrecht. Meine Forschung liegt am Schnittpunkt von konzeptueller Modellierung, geographischer Datenanalyse und Wissensextraktion. Ich bin besonders daran interessiert, die Konzepte hinter raum-zeitlichen Daten zu verstehen, d.h. Referenzsysteme, Felder, Orte, räumliche Objekte, Ereignisse, Trajektorien, und ihr Verhältnis zu menschlicher Aktivität, sowie in praktischen Methoden um mit ihnen in GIS umzugehen. Mein zweiter Schwerpunkt liegt in der Nutzung von linked data und Semantic web Technologien um sinnvolle Analysen zu unterstützen und zu automatisieren.

Jochen Schiewe

Meine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Weiterentwicklung kartographischer Algorithmen, Modellierung und Visualisierung von Unsicherheiten, Untersuchungen zur Gebrauchstauglichkeit von kartographischen Darstellungen und Geovisual Analytics. Die Arbeit im "CityScienceLab" führt ferner zur Beschäftigung mit dem aufgaben- und nutzerorientierten Einsatz von Tangible User Interfaces.

Christoph Schlieder

Prof. Dr. Christoph Schlieder forscht und lehrt an der Universität Bamberg. Mit der Arbeitsgruppe seines Lehrstuhls für Angewandte Informatik in den Kultur-, Geschichts- und Geowissenschaften widmet er sich der Forschung in den Digital Humanities und den Computational Social Sciences. Er ist geschäftsführender Direktor des Zentrums für innovative Anwendungen der Informatik (ZIAI), einer interdisziplinären Forschungseinrichtung der Universität, in der über 20 Wissenschafterinnen und Wissenschaftler aller Fakultäten an Fragestellungen aus den digitalen Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaften arbeiten. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt im Bereich der semantischen Informationsverarbeitung und der Modellierung von Nutzernetzwerken des Geospatial Web. Seit 2004 entwickelt und untersucht er in diesem Zusammenhang auch ortsbezogene Spiele.

René Sieber

Seit mehr als 50 Jahren sind Karten ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Vor der Zeit des Internets waren Karten ein geeignetes Mittel für eine virtuelle Reise an Orte, die ich (noch) nie gesehen hatte und die man sonst nie erreichen würde. Vor dem geistigen Auge taten sich neue Welten auf, und eine Entdeckungsreise auf einer Schweizer Landkarte war (und ist) immer speziell aufregend. Dies ist bis heute so; meine 25-jährige berufliche Beschäftigung mit Karten und Atlanten führt mich immer noch in unbekannte und interessante Welten. Atlanten sind für mich wie ein Buch, welches die Geschichte und die Eigenheiten eines Landes oder einer Region erzählt. Das Spannende ist dabei, neben der offensichtlichen Informationsvermittlung immer wieder etwas Neues zu entdecken. Dabei spielt das Medium eine untergeordnete Rolle.

Sebastian Specht

Mein ganzes Berufsleben beschäftige ich mich mit der Gestaltung von digitalen Karten und Visualisierungen auf Basis digitaler Informationen. An der traditionellen thematischen Kartographie mit ihrer Kartenoriginalherstellung in handwerklicher Arbeitsweise (digital oder analog) schätze ich das Detail, das Spezifische, das Subjektive und das Künstlerische als potenzielle Stärken. Die Potenziale informationsverarbeitender Arbeitsweisen liegen für mich im Generellen, in der Wiederholbarkeit, in der Abstraktion und der möglichen Effizienz. Diese Stärken sind fundamentale Notwendigkeiten zur Schöpfung dynamischer Visualisierungen. Dynamik ermöglicht Interaktion als kartographische Methode. Interaktion fördert eine kognitive Aktivierung des Betrachtenden. Eine kognitive Aktivierung fördert Konstruktion von Wissen und Dekonstruktion des Betrachteten. Hoffe ich.

Claus Stadtler

LinkedGeoData - Eine Fülle von offenen geographischen Daten nur eine Anfrage entfernt. LinkedGeoData ist ein Projekt zur Integration diverser geographischer Datensätze und deren Veröffentlichung gemäß den Prinzipien vernetzter Daten. Ziel des Projekts ist die Vereinfachung vieler Informationsintegrationsaufgaben welche geographisches Wissen benötigen, wie z.B. die Abfrage von des Angebots von Bäckerein, das Auffinden von Filialen eines bestimmten Unternehmens oder die Auflistung von Sehenswürdigkeiten entlang einer Radstrecke. Das Projekt verwendet etliche öffentliche Datenquellen, wie z.B. Global Administrative Areas (GADM), Natural Earth, GeoNames und OpenStreetMap, wobei letzteres die prominenteste innerhalb des Projekts ist. Die Quelldaten werden in das "Resource Description Framework" (RDF) Format konvertiert, mit teilweiser Angleichung der Vokabulare, gefolgt von Verlinkung und der anschließenden Bereitstellung der Daten als Linked Data, über SPARQL Endpunkte und als Downloads.

Christina Wildgrube

Christina Wildgrube studierte Kommunikationsdesign (Bachelor of Arts) in Berlin und Chicago und arbeitete danach als Grafikerin am Staatstheater Braunschweig, wo sie für die Anfertigung aller Printprodukte verantwortlich war. Zur Zeit studiert sie als Meisterschülerin im Fach Buchkunst / Grafik-Design an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. "Mich fasziniert der "Ort" an sich und mich beschäftigt, was Orte so unverwechselbar macht, wie wir leben und wohnen und wie sich die Gegenwart von Orten konkret in Bildern abbildet."

Aktuell

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Wissenschaftliche / Studentische Hilfskraft

Im Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) in Leipzig ist zum 1. April 2017 eine Stelle als 

09.02.2017

Coaching for PostDocs – Funding applications and project proposals

Leibniz ScienceCampus Eastern Europe – Global Area: Call for Applications 

27.01.2017

Wissenschaftliche(n) Mitarbeiter(in) (Postdoc Wirtschaftsgeographie, 90% E 13)

Das IfL sucht zum 1. April 2017 vorbehaltlich der Projektbewilligung eine(n)  

20.01.2017

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Das IfL sucht einen  

Pressemitteilungen

07.02.2017

„Qualitätsmarke in der Forschung“

Mit einem Festakt begingen die neun sächsischen Leibniz-Institute ihr 25-jähriges Jubiläum 

Termine

16.03.2017 bis 17.03.2017, Leipzig

Forschen mit Kindern und Jugendlichen

Dritte IfL Forschungswerkstatt beschäftigt sich mit ethischen Aspekten 

03.04.2017 bis 09.04.2017, Vinnytsia, Ukraine

Städtische Bewegungen und partizipatorische Stadtplanung im mittleren und östlichen Europa

Nachwuchswissenschaftler sind eingeladen, sich bis 15. Februar 2017 für die Frühlingsschule Anfang März in der Ukraine... 

27.09.2017 bis 29.09.2017, Leipzig

Coping with uneven development in Europe

Tagung vom 27. bis 29. September 2017 in Leipzig beschäftigt sich mit Fragen der sozialräumlichen Polarisierung in...