Diskurse und Praktiken in schrumpfenden Regionen

Eine Untersuchung zur subjektiven Relevanz von Schrumpfungsdiskursen am Beispiel des Landkreises Altenburger Land

Das Projekt untersucht am Beispiel des Altenburger Landes in Ostthüringen, wie sich Schrumpfungsprozesse auf den Alltag der Bewohner auswirken und wie örtliche Akteure auf rückläufige Bevölkerungszahlen und Entwicklungspotenziale reagieren.

Die Stadt Meuselwitz hat im Zeitraum 1990 bis 2010 rund ein Viertel ihrer Einwohner verloren

Schrumpfung ist ein Prozess, der den Alltag der Menschen in den betroffenen Regionen unmittelbar und meist negativ beeinflusst. „Schrumpfung“ ist aber auch ein Begriff, der eine Region stigmatisieren und damit einen bestehenden Abwärtstrend zusätzlich verstärken kann. Am Beispiel des Altenburger Landes werden in dem Projekt erstmals beide Aspekte in den Blick genommen: Untersucht werden mittels Interviews, Dokument- und Presseanalysen sowie Gruppendiskussionen sowohl die subjektiven Auswirkungen einer Abnahme von Bevölkerung, Wirtschaftskraft und Infrastruktur als auch die Folgen der Stigmatisierung für die in der Region lebenden Menschen innerhalb folgender Bereiche:

  • Pfarrstellenstreichungen und kirchliche Strukturplanung unter Schrumpfungsbedingungen
  • Jugend und Heranwachsen in peripherisierten Regionen
  • Bedingungen für Gemeindekonflikte
  • Rolle des Ehrenamtes in Schrumpfungszeiten

Ziel ist es, neue Erkenntnisse darüber zu erhalten, wie Schrumpfungsprozesse im Alltag funktionieren. Konkret soll herausgefunden werden, ob Schrumpfung als eine Art Abwärtsspirale verstanden werden kann, die auf sprachlicher Ebene beginnt und letztlich tatsächliche Entscheidungen (z. B. Wegzug) bewirken kann. Damit verbunden wird gefragt, ob und wie diese Prozesse von den Betroffenen und Akteuren durchbrochen werden können, warum manche Menschen bleiben und welche Gründe sie für ihre Entscheidungen haben.

Ergebnisse/Publikationen

Meyer, Frank / Miggelbrink, Judith (Hrsg.) (2015): Kirchliche Strukturplanung in schrumpfenden ländlichen Räumen. Das Beispiel des Kirchenkreises Altenburger Land. forum IfL, H. 28
PDF-Version

Meyer, Frank / Miggelbrink, Judith (2015): Subjektivität und Kausalität in der Migration(sforschung). Annäherungen an Rationalisierungen von Migrationsentscheidungen in schrumpfenden Regionen. In: Raumforschung und Raumordnung, 73 (2015) 1, S. 17-30. Mehr

Meyer, Frank / Miggelbrink, Judith (2013): The subject and the periphery: about discourses, loopings and ascriptions. In: Fischer-Tahir, Andrea et al. (Hrsg.): Peripheralization: the making of spatial dependencies and social injustice. Wiesbaden: Springer, VS, S. 207-223

Meyer, Frank (2012): Analyzing the subjectivity of "crisis": local practices between circularity and discourse theory. In: Kapferer, Elisabeth et al. (Hrsg.): The logics of change: poverty, place, identity, and social transformation mechanisms. Newcastle upon Tyne: Cambridge Scholars Publishing, S. 269-295

Projekt-Info

Bearbeitung

Judith Miggelbrink (Projektleitung), Frank Meyer

Kooperation(en)

Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung, Erkner; Humboldt-Universität Berlin; Hochschule Mittweida

Laufzeit

03/2013 – 09/2016

Projektförderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Weitere Informationen

Judith Miggelbrink
Tel.: +49 341 600 55-109
j_miggelbrink(at)ifl-leipzig.de

Wir verwenden Cookies, um unsere Website für Sie optimal zu gestalten.

Bitte stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.