Framing the governance of core-periphery relations in Germany and Romania

Teilprojekt im Marie Curie Forscher-Erstausbildungsnetz RegPol²

Was ist Regionalentwicklung und wie sollten Regionen entwickelt werden? Mit dieser grundsätzlichen Frage sind Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft ebenso konfrontiert wie diverse gesellschaftliche (Interessen-)Gruppen. Die verschiedenen Antworten darauf bestimmen nicht nur Argumentationslinien, Entscheidungsprozesse oder Identitäten. Sie eröffnen auch ein Feld für Kontroversen sowohl in theoretischen Debatten als auch in der politischen Praxis. Vor diesem Hintergrund untersucht das Forschungsprojekt, wie normative Vorstellungen der Regionalentwicklung übersetzt werden und in konkrete Antworten auf die sozialräumlichen Prozesse der Polarisierung und Peripherisierung münden.

Dem derzeit vorherrschenden politischen und wirtschaftlichen Paradigma folgend, konzentriert sich Regionalentwicklung auf Großstädte und Metropolregionen – zulasten strukturschwacher Regionen, die ihrerseits durch sogenannte Spill-Over-Effekte profitieren sollen. Seitens der Politik wird dieser Ansatz damit gerechtfertigt, dass Wachstum durch Wettbewerb als die am besten geeignete Strategie einer langfristig tragfähigen Raumentwicklung gilt. Mit Blick auf die Prozesse der Polarisierung und Peripherisierung sind diese Ansätze jedoch kritisch zu hinterfragen. Insbesondere in einigen Staaten Mittel- und Osteuropas sind langfristige Entwicklungsstrategien aus historischen Gründen oder mangels Know-how schwach ausgeprägt. Angesichts der dort bestehenden Defizite stellt sich die Frage, ob bzw. inwieweit konkrete Maßnahmen oder auch bewusstes Nicht-Handeln zu den gewünschten Zielen führt.

Das Forschungsprojekt analysiert die Auswirkungen der EU-Kohäsionspolitik auf die (intra-)regionale Entwicklung in Deutschland und Rumänien. Im Mittelpunkt stehen der Vergleich regionaler Politiken und deren Umsetzung durch Institutionen auf regionaler und lokaler Maßstabsebene. Ausgehend von einer Framing-Analyse (van Hulst and Yanow, 2014) untersucht das Projekt, wie substanzielle und prozedurale Rahmenkonzepte im Dialog ausgewählt, benannt und kategorisiert werden. Des Weiteren stellt sich die Frage, wie Narrative im politischen Aushandlungsprozess durch das Verwerfen bestimmter Konzepte und gleichzeitige Verstetigung anderer konstruiert und verwendet werden.

Literatur:
van Hulst, M., Yanow, D. (2014). From Policy “Frames” to “Framing” Theorizing a More Dynamic, Political Approach. The American Review of Public Administration, 0275074014533142.

Ergebnisse/Publikationen

Noch nicht verfügbar

Projekt-Info

Bearbeitung

Alexandru Brad

Kooperation(en)

Regionalentwicklungsagentur Nord-West, Cluj-Napoca (Rumänien), Babes-Bolyai-Universität Cluj (Rumänien)

Laufzeit

02/2014 – 12/2017

Projektförderung

Europäische Union (Marie Curie-Maßnahmen)

Weitere Informationen

Alexandru Brad
A_Brad(at)ifl-leipzig.de

Wir verwenden Cookies, um unsere Website für Sie optimal zu gestalten.

Bitte stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.