GeoEtiology

Zivilisationskrankheit Adipositas: Welchen Einfluss hat die soziale und gebaute Umwelt?

Zivilisationsbedingte Krankheiten und Krankheitsrisiken sind geographisch ungleich verteilt. Beispielsweise leiden in Nordsachsen mehr als doppelt so viele Schulanfänger unter Übergewicht wie in Dresden. Auch für das Stadtgebiet von Leipzig zeigen die Statistiken unterschiedliche Verteilungen stark übergewichtiger Kinder und Erwachsener. Dass ein Zusammenhang zwischen sozialer und gebauter Umwelt und dem Auftreten von Zivilisationskrankheiten besteht, ist seit längerem bekannt. Doch warum ist das so und welche Einflussgrößen spielen tatsächlich eine Rolle? Dieser Frage wollen Wissenschaftler des IfL und der Universität Leipzig in dem Forschungsprojekt GeoEtiology in ausgewählten Leipziger Stadtvierteln gemeinsam auf den Grund gehen.

Ihre Hypothese: Der alltäglich angeeignete Bewegungsraum der Kinder und Jugendlichen wirkt sich als einer von zahlreichen Faktoren auf die Entstehung von und das Leben mit starkem beziehungsweise krankhaftem Übergewicht (Adipositas) aus. Ist ein Viertel tatsächlich fußgängerfreundlich? Wie werden Spielplätze oder Sportstätten genutzt? Gibt es Bewegungsangebote, die zum Wohlbefinden beitragen? Wie eignen sich Kinder und Jugendliche, mit und ohne Adipositas, ihre Stadträume an?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, werten die Forscherinnen und Forscher umfangreiche Geoinformationsdaten aus. Der Anteil von Grün- und Industrieflächen, die Erreichbarkeit von Schule und Kita und der öffentliche Nahverkehr sind nur einige Beispiele, die im Zusammenhang mit Alltagsmobilität und Bewegung im Stadtraum auf dem Prüfstand stehen. Außerdem soll die Befragung von mehr als 3000 Leipziger Kindern und ihren Eltern Aufschluss darüber geben, wie wohl sich Familien an ihrem Wohnort fühlen und gleichzeitig unterschiedliche Gesundheitsparameter wie Größe, Gewicht, Blutparameter und Fitness erheben. In teilnehmenden Beobachtungen und Interviews kommen betroffene Kinder und Jugendliche zu Wort und zeigen ihre persönlichen Orte und Wege durch ihr Stadtviertel.

Im Rahmen der Untersuchung wollen die Expertinnen und Experten Kennzahlen entwickeln, die helfen sollen, verschiedene Aspekte der Wohnumgebung zu bewerten und informierte Entscheidungen für zukünftige Stadtentwicklungs- und Infrastrukturpolitik zu treffen. Ziel des Projekts sind Empfehlungen für Interventionsmaßnahmen, die die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und das Wohlbefinden auf Stadtteilebene fördern. Finanziert wird die auf drei Jahre angelegte Studie von der Sächsischen Aufbaubank.

Ergebnisse/Publikationen

Noch nicht verfügbar

Projekt-Info

Bearbeitung

Tim Leibert, Verena Ott

Kooperation(en)

Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE Child-Studie) – Pädiatrisches Forschungszentrum der Universitätskinderklinik Leipzig

Laufzeit

02/2018 – 12/2020

Projektförderung

Sächsische Aufbaubank

Weitere Informationen

Dr. Tim Leibert
T_Leibert(at)ifl-leipzig.de
Tel.: 0341 600 55-188

Verena Ott
V_Ott(at)ifl-leipzig.de
Tel.: 0341 600 55-184

Hinweis

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

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