GeoEtiology – Alltagsmobilität und Raumwahrnehmung von Jugendlichen in städtischen Kontexten

Bewegungsmangel gilt als eine wichtige Ursache für Zivilisationskrankheiten. Studien zeigen, dass körperliche Aktivitäten auch bei Kindern und Jugendlichen zurückgehen. In einem Verbundprojekt mit der Universität Leipzig erforscht eine Arbeitsgruppe am IfL, wie sich Jugendliche in der Stadt bewegen und wie sie Räume wahrnehmen, nutzen und sich aneignen. Interviews mit Heranwachsenden, Eltern und Multiplikatoren sollen Aufschluss darüber geben, wie alltägliche Routinen im Bewegungsverhalten der Jugendlichen im Zeitverlauf entstehen und wie solche Routinen verändert werden können, um eine nachhaltigere und gesündere Fortbewegung zu fördern. Ausgangspunkt für die Interviews mit Jugendlichen sind Aufzeichnungen ihrer alltäglichen Wege mithilfe von GPS-Tracking, die später mit den subjektiven Wahrnehmungen und Bedeutungszuweisungen der Jugendlichen ergänzt werden.

Offene Interviews dienen dazu, die Lebenswirklichkeiten und Praktiken der Jugendlichen zu erfassen, insbesondere in Hinblick auf die Nutzung verschiedener – physischer und virtueller – Mobilitätsformen im Alltag. Über die Verkehrsmittelwahl werden Entscheidungsprozesse sowie unterbewusste Handlungsroutinen erhoben. Hier werden auch multilokale Lebensweisen eine Rolle spielen, bspw. wenn Kinder bei zwei getrennten Elternteilen in unterschiedlichen Vierteln leben. Die Elterninterviews nehmen die komplexen sozialen Umfelder, in denen die Jugendlichen leben und aufwachsen, in den Blick. Sowohl die sozioökonomische Situation als auch Autonomie und Kontrolle des Bewegungsverhaltens durch die Eltern sind als ermöglichende und hemmende Faktoren von Interesse. Gruppendiskussionen und Interviews mit Fachleuten zum Thema Jugendliche und Mobilität geben ergänzend Hinweise auf institutionalisierte Strukturen und auf Veränderungspotenziale und -hürden.

Das Verbundprojekt GeoEtiology ist im Kontext Kindergesundheit und Prävention von Zivilisationskrankheiten, insbesondere Adipositas, angesiedelt. In dem Vorhaben kooperiert das IfL mit der LIFE Child-Studie der Universität Leipzig. Dort werden umfangreiche Geoinformationsdaten ausgewertet, um den Zusammenhang zwischen gebauter Umwelt und Zivilisationskrankheiten zu untersuchen (weitere Informationen).

Ergebnisse/Publikationen

Noch nicht verfügbar

Projekt-Info

Bearbeitung

Tim Leibert, Verena Ott

Kooperation(en)

Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE Child-Studie) – Pädiatrisches Forschungszentrum der Universitätskinderklinik Leipzig

Laufzeit

02/2018 – 12/2020

Projektförderung

Sächsische Aufbaubank

Weitere Informationen

Dr. Tim Leibert
T_Leibert(at)ifl-leipzig.de
Tel.: 0341 600 55-188

Verena Ott
V_Ott(at)ifl-leipzig.de
Tel.: 0341 600 55-184

Hinweis

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

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