Grenzraumstudie für das Sächsisch-Tschechische Grenzgebiet

Der sächsisch-tschechische Grenzraum ist im Landesentwicklungsplan 2003 als Raum mit besonderem landesplanerischem Handlungsbedarf ausgewiesen. Dieser Raum wird durch den anhaltenden demografischen Wandel, den wirtschaftlichen Strukturwandel sowie bestehende räumliche Disparitäten in seiner Entwicklung stark beeinflusst. Mit der Grenzraumstudie für das sächsisch-tschechische Grenzgebiet wurden unter Leitung des IfL (Lead-Partner) Grundlagen für die Raumentwicklung und Landesplanung/ Regionalplanung erarbeitet und Anstöße für die Intensivierung der grenzüberschreitenden regionalen und interkommunalen Zusammenarbeit gemacht. Das Forschungsvorhaben gliederte sich in zwei Aufgabenbereiche:

  • Erarbeitung von Zielvorgaben und Handlungsempfehlungen für den sächsisch-tschechischen Grenzraum als Grundlage für die Fortschreibung des Landesentwicklungsplans 2003;
  • Erstellung der Grenzraumstudie für den sächsischen Teil des sächsisch-tschechischen Grenzgebietes sowie die An- und Einpassung an bzw. in die tschechische Raumentwicklungsstudie;

Im Rahmen der Grenzraumstudie wurden aufbauend wesentliche Aspekte der Regionalentwicklung analysiert:

  • Demografischer Wandel und seine räumlichen Auswirkungen
  • Sicherung der Daseinsvorsorge (soziale und technische Infrastruktur) unter Berücksichtigung der demografischen Veränderungen
  • Versorgungssituation unter besonderer Berücksichtigung des großflächigen Einzelhandels
  • Grenzüberschreitende Verkehrsinfrastruktur
  • Regenerative Energien
  • Natur und Umwelt, Kulturlandschaft
  • Brachflächen (u. a. militärische/ landwirtschaftliche Flächen, Grenzareale)
  • Naherholung und Tourismus
  • Entwicklung von Grenzstädten und Grenzgemeinden

Darauf aufbauend wurden in einem mehrstufigen Abstimmungsprozess nachfolgende Ziele fixiert und Handlungsempfehlungen erarbeitet:

  • Stärkung der Außenwahrnehmung und der strategischen Position des sächsisch-tschechischen Grenzraums in Europa
  • Stärkung des inneren Zusammenhalts des sächsisch-tschechischen Grenzraums durch Bündelung von Kräften und Vernetzung von Infrastrukturen
  • Sächsisch-tschechischer Grenzraum als leistungsfähigen Wirtschaftsraum stärken
  • Förderung der grenzüberschreitenden Mobilität und Vernetzung der Infrastruktur im Grenzraum sichert das Zusammenwachsen von Wirtschafts- und Lebensraum
  • Erhaltung und Wiederherstellung der natürlichen Ressourcen, Kulturlandschaft grenzüberschreitend entwickeln sowie abgestimmte Bewältigung der Folgen des Klimawandels
  • Unterstützung der räumlichen Verflechtung und abgestimmten Regionalentwicklung des sächsisch-tschechischen Grenzraums

Die Erarbeitung erfolgt in einem engen Abstimmungsprozess mit dem Institut für Raumentwicklung (UUR) Brünn und dem Ministerium für Regionalentwicklung Prag.

Ergebnisse/Publikationen

Bergfeld, Annedore (2014): Sächsisch-Tschechische Grenzraumstudie. forum ifl, H. 22. Leipzig. Download (PDF 45,3 MB)

Im Rahmen der sächsisch-tschechischen Grenzraumstudie wurde ein Diskussionspapier aus sächsischer Sicht erarbeitet und auf der internationalen Tagung "Regionalentwicklung und Perspektiven in Grenzräumen – das Beispiel Sachsen – Tschechien" am 28. März 2012 in Dresden zur Diskussion gestellt. Mehr

Projekt-Info

Bearbeitung

Annedore Bergfeld

Kooperation(en)

Institut für Wirtschafts- und Regionalentwicklung (IWR), Leipzig; IREAS – Institut für Strukturpolitiken, Prag

Laufzeit

09/2010–08/2014

Projektförderung

Sächsisches Staatsministerium des Inneren

Weitere Informationen

Annedore Bergfeld
A_Bergfeld(at)ifl-leipzig.de
Tel.: +49 341 600 55-140

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