KULUNDA – Wie verhindert man die nächste "Global Dust Bowl"?

Ökologische und Ökonomische Strategien zur nachhaltigen Landnutzung in Russischen Steppen: Ein Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel

Foto: Tobias Meinel

Das interdisziplinäre Verbundprojekt KULUNDA ist Teil des BMBF-Forschungsprogramms Nachhaltiges Landmanagement, Modul A1 Wechselwirkungen zwischen Landmanagement und Klimawandel. Im Teilprojekt 9 untersucht das IfL gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa soziale und institutionelle Triebkräfte des Landnutzungswandels, die den Übergang zu einer nachhaltigen Landnutzung fördern oder behindern. Im Fokus einer sozialgeographischen Studie steht die Innovationsfähigkeit der ländlichen Gesellschaft, deren Akzeptanz nachhaltiger innovativer Landnutzungspraktiken sowie deren Bereitschaft, bei deren Implementierung mitzuwirken.

In der westsibirischen Kulunda-Steppe wurde von 1954 bis 1963 eine Fläche von rund 420 000 km² in Ackerland umgebrochen. Durch eine intensive, den Standortbedingungen nicht angepasste ackerbauliche Nutzung kam es zu gravierenden Degradationserscheinungen infolge Winderosion. Die Folge sind zurückgehende landwirtschaftliche Erträge und negative Auswirkungen für die regionale Entwicklung. Eine weitere Herausforderung stellt die Abwanderung aus den ländlichen Steppengebieten dar.

Der internationale Forschungsverbund vereint in elf Teilprojekten die Expertise von 16 Partnern aus deutschen Universitäten, Forschungseinrichtungen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen. Die Zusammenarbeit im Team wird durch die Integration von russischen Projektpartnern in jedem Teilprojekt gestärkt. Das übergeordnete Projektziel soll im Rahmen der Bearbeitung folgender Arbeitsschwerpunkte erreicht werden:

  • Analyse der grundsätzlichen Wirkungszusammenhänge von landwirtschaftlichen Anbauverfahren auf die Bodeneigenschaften unter Berücksichtigung der klimatischen Bedingungen;
  • Analyse der Wirkung von natürlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen auf Landnutzungsentscheidungen;
  • Entwicklung und Implementierung angepasster Nutzungssysteme und Möglichkeiten der Steppenrestauration;
  • Schaffung und Implementierung einer Planungs- und Beratungsplattform, die die Einführung von ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Landnutzungsstrategien ermöglicht.

Ergebnisse/Publikationen

Weitere Informationen bietet die Projekt-Webseite. Über den "Kulunda-Newsblog" lässt sich der Fortgang jederzeit nachvollziehen. Die Berichte über Aktivitäten, Publikationen etc. enthalten außerdem Links auf Medienberichte, unter der Überschrift "KULUNDA Project on Place Evaluation" beispielsweise über eine Reise, die die Gutachter des Projekts vom 16. bis 22. September 2013 durch das Untersuchungsgebiet unternommen haben.

Projekt-Info

Bearbeitung

Sebastian Lentz, Andreas Wust, Marina Ratchina

Kooperation(en)

Universität Halle-Wittenberg (Leitung des Koordinationsteams); Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO), Halle (Saale) (Leitung Teilprojekt 9); Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Leipzig; Leibniz Universität Hannover; Universität Jena; Universität Göttingen; Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK); Amazonen-Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG

Laufzeit

10/2011 – 03/2017

Projektförderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Förderschwerpunkt Nachhaltiges Landmanagement, Modul A1 „Wechselwirkungen zwischen Landmanagement und Klimawandel“

Weitere Informationen

Andreas Wust
Tel.: +49 341 600 55-172
A_Wust(at)ifl-leipzig.de