Mobilität und Arbeitsmarktverflechtungen in der EURES-TriRegio-Region

Im Fokus: Der grenzüberschreitende Arbeitsmarkt im Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien

Dreiländereck Deutschland – Polen – Tschechien (Foto: Stadtverwaltung Zittau)

Im Rahmen der EU-Osterweiterung traten zum 1. Mai 2004 mit Polen und Tschechien zwei Länder dem europäischen Wirtschaftsraum bei, die eine gemeinsame Grenze mit dem Freistaat Sachsen teilen. Dem Gedanken des einheitlichen europäischen Binnenmarktes folgend, wurde bereits 2004 eine Grenzpartnerschaft der deutschen, polnischen und tschechischen Nachbarregionen vorbereitet und 2007 durch die Gründung der EURES-TriRegio umgesetzt. Sie umfasst auf deutscher Seite die Direktionsbezirke Chemnitz und Dresden, auf polnischer Seite die Podregionen Jeleniogórski und Walbrzych und auf tschechischer Seite die Bezirke Karlovy Vary, Ustí n.L. und Liberec.

Bis 2025 wird für die EURES-TriRegio ein weiterer Rückgang der Bevölkerung um rund 500.000 Einwohner prognostiziert. Zu erwarten ist außerdem eine – regional differenzierte – Abnahme der Zahl der Erwerbspersonen. Gründe dafür sind die  Altersstruktur der Erwerbspersonen, anhaltende Abwanderung und geburtenschwache Jahrgänge, die in den Arbeitsprozess eintreten. Schon heute zeichnen sich durch Wirtschaftswachstum und technologischen Fortschritt in manchen Tätigkeitsfeldern Engpässe an qualifizierten Arbeitskräften ab. Eine Möglichkeit, diesen Engpässen entgegenzuwirken, besteht darin, die Transparenz und Durchlässigkeit der drei Teilarbeitsmärkte zu erhöhen.

Das Projekt EURES-TriRegio analysierte im Auftrag der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit die Entwicklung der grenzüberschreitenden Pendler- und Migrationsbewegungen seit dem EU-Beitritt, insbesondere nach der vollständigen Arbeitnehmerfreizügigkeit im Jahr 2011. Ein weiteres Ziel bestand darin, die bestehenden Hemmnisse bei der Integration des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes aufzuzeigen. Dabei wurden folgende Fragen untersucht:

  •  Wie haben sich die Arbeitsangebots- und Arbeitsnachfragestrukturen in den drei Teilregionen der EURES-TriRegio entwickelt?
  • Wie haben sich die grenzüberschreitenden Pendel- und Migrationsbewegungen innerhalb der EURES-TriRegio vor und nach der Arbeitnehmerfreizügigkeit entwickelt?
  • Welche Mobilitätshemmnisse und -anreize (Einfluss harter und weicher Standortfaktoren) bestehen für die Entwicklung grenzüberschreitender Verflechtungen und die Etablierung eines durchlässigen Arbeitsmarktes?

Ergebnisse/Publikationen

Im Ergebnis der Untersuchung liegt eine vergleichende Datenanalyse zur Charakteristik der EURES-TriRegio aus Sicht der demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung vor. Aufbauend auf der Analyse des Standes der Migrations- und Pendlerverflechtungen wurden Push- und Pull-Faktoren der grenzübergreifenden Verflechtung diskutiert. In allen drei Teilregionen fanden ergänzend Interviews mit Arbeitsmarktexperten statt. Diese bildeten neben der Analyse und einer vergleichenden Literaturauswertung die Grundlage für  Handlungsempfehlungen. Die Ergebnisse und insbesondere die Handlungsansätze wurden gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit und regionalen Entscheidern auf drei Expertenworkshops (Leipzig, Prag, Szklarska Poreba) diskutiert.

Projekt-Info

Bearbeitung

Annedore Bergfeld, Thilo Lang, Robert Nadler, Andreas Wust

Kooperation(en)

IREAS – Institut für Strukturpolitik, Prag (Tschechische Republik); Forschungsbereich Regionalpolitik und europäische Integration, Adam Mickiewicz Universität, Posen (Polen)

Laufzeit

04/2013–04/2014

Projektförderung

Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen

Weitere Informationen

Annedore Bergfeld
A_Bergfeld(at)ifl-leipzig.de
Robert Nadler
R_Nadler(at)ifl-leipzig.de
Tel.: +49 341 600 55-140

Wir verwenden Cookies, um unsere Website für Sie optimal zu gestalten.

Bitte stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.