Öko-Netz Bulgarien

Umweltschutz durch zivilgesellschaftliche Vernetzung und Kommunikation in den Problemfeldern Naturschutz, Schadstoffemissionen und Abfall

In Bulgarien engagieren sich verschiedene NGOs und Bürgerinitiativen für Ziele des Umwelt- und Naturschutzes. Die akute Bedrohung natürlicher Ökosysteme hat Reaktionen vonseiten zivilgesellschaftlicher Gruppen hervorgerufen. Bisher fand jedoch keine Koordination zwischen den singulären Aktivitäten der verschiedenen Gruppen statt, und die Bekanntheit und Wertschätzung dieser Aktivitäten in der Öffentlichkeit war sehr gering.

Ziel des Projekts war es, durch den Informationsaustausch zwischen und der Vernetzung von Umwelt-NGOs mittels neuer Kommunikationsplattformen einen signifikanten Beitrag zur Steigerung der Effektivität der Aktivitäten in folgenden Problemfeldern zu leisten:

  • Naturschutzgebiete (Verstöße gegen Naturschutzrichtlinien in Schutzgebieten)
  • Industrielle Schadstoffemission (Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung durch derzeitige oder frühere Produktionsanlagen)
  • Hausmüllentsorgung (Probleme der Abfallbeseitigung/des Abfallmanagements)

Dazu waren diese Maßnahmen vorgesehen:

  • Auftaktkonferenz zur Vernetzung möglichst vieler Akteure im Rahmen der Projektstrategien;
  • EcoWebMap: Entwicklung eines Web 2.0-basierten kartographischen Online-Portals zur Visualisierung von Umweltproblemen und umweltrelevanten Aktivitäten von NGOs mit der Möglichkeit, dezentral Informationen von möglichst vielen Akteuren aufzunehmen und weiterzugeben;
  • Cross-Sektor-Treffen: Organisation von Treffen mit Vertretern von NGOs aus anderen Bereichen zur Identifikation gemeinsamer Ziele und ggf. Möglichkeiten der Kooperation;
  • Sachverständigen-Öko-Netz als ein Experten-Pool von Experten für naturwissenschaftliche und juristische Fragen, die bei akuten Umweltgefährdungen schnell konsultiert werden können;
  • Öffentliche Anhörungen für Vorhaben mit großer Umweltrelevanz;
  • Medienauftritte als flankierende Maßnahme zur Erhöhung der öffentlichen Wahrnehmung von Umweltproblemen und Aktivitäten der Umwelt-NGOs;
  • Abschlusskonferenz mit dem Ziel, Resultate zu präsentieren und zu diskutieren und nach Möglichkeiten der Verstetigung und Weiterführung der sich bewährenden Koordinations- und Kommunikationsstrukturen zu suchen.

Ergebnisse/Publikationen

Im Rahmen des Projekts trafen sich erstmals unterschiedliche Akteursgruppen aus ganz Bulgarien, um konkrete Probleme fachübergreifend zu diskutieren und gemeinsam Lösungsstrategien zu entwickeln. Mit den neu geschaffenen Expertenpools können Umwelt-NGOs rechtzeitig auf Signale von Bürgerinnen und Bürgern bei Verletzungen der Umweltgesetze reagieren. Die raschen und adäquaten Reaktionen haben die bulgarische Zivilgesellschaft dazu ermutigt, sich der Problematik des Umweltschutzes aktiver und bewusster zu widmen. Das Online-Portals Zelena karta bietet zum ersten Mal die Gelegenheit, dass Bürger, Umwelt-NGOs und staatliche Institutionen gemeinsam in den beschriebenen Problemfeldern interagieren und kooperieren. Umwelt-NGOs können über das Portal kommunizieren und Daten sowie Informationen über ihre Aktivitäten direkt und unkompliziert austauschen.

Die Durchführung der Cross-Sektor-Treffen zum Problemfeld „Naturschutzgebiete“ und besonders die Treffen für den Naturpark „Vitoša“ haben für die Erarbeitung eines gemeinsamen Konzepts zur Entwicklung des Parks außerordentlich beigetragen. In Folge dieser Treffen wurde das Gesetz für Forstwirtschaft in Bulgarien geändert. Die Organisation und die Durchführung der geplanten öffentlichen Anhörungen haben zu einer besser koordinierten Tätigkeit zwischen Bürgern, NGOs und Vertretern kommunaler Verwaltung auf lokaler Ebene beigetragen. Die große Teilnehmerzahl unter den Bürgern und deren aktives Mitwirken während des Abschlussforums war ein Indikator für ein gewachsenes Umweltbewusstseins der bulgarischen Zivilgesellschaft.

Ermann, Ulrich / Lazova, Yuliana (2012): Öko-Netz Bulgarien. Umweltschutz durch zivilgesellschaftliche Vernetzung und Kommunikation in den Problemfeldern Naturschutz, Schadstoffemissionen und Abfall. Osnabrück, Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Abschlussbericht herunterladen

Projekt-Info

Bearbeitung

Ulrich Ermann (Projektleiter), Yuliana Lazova, Vera Schreiner

Kooperation(en)

Vera Staevska, BlueLink Information Network, Sofia; Petko Tzvetkov, Bulgarian Biodiversity Foundation, Sofia

Laufzeit

03/2011–08/2012

Projektförderung

Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Weitere Informationen

Ulrich Ermann
U_Ermann(at)ifl-leipzig.de
Tel.: +49 341 600 55-105

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