Public transport as public space in European cities: Narrating, experiencing, contesting (PUTSPACE)

© Humanities in the European Research Area (HERA)

Als integraler Bestandteil des Stadtraumes beeinflusst der öffentliche Verkehr wesentlich die Art und Weise, wie wir den öffentlichen Raum wahrnehmen und erfahren. An kaum einem anderen Ort ist soziale Vielfalt mit ihren diversen Implikationen so unmittelbar und konzentriert erlebbar wie in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dennoch haben sich bislang weder die Wissenschaft noch politische Entscheidungsträger näher mit der Frage auseinandergesetzt, inwiefern Busse und Bahnen als öffentliche Räume in Erscheinung treten.

Angesichts dessen hat sich ein internationales Forscherteam mit Beteiligung des Leibniz-Instituts für Länderkunde zum Ziel gesetzt, ein neues Verständnis des öffentlichen Personenverkehrs als bis heute wenig untersuchte Erscheinungsform des öffentlichen Raumes zu entwerfen. Diese neue Perspektive soll die Bürgerinnen und Bürger mit sozialer Vielfalt konfrontieren und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Eigentumsformen, Fragen von Disziplin und Überwachung, von Subversion, gesellschaftlicher Interaktion und der Umgestaltung sozialer Normen anregen.

Ausgangspunkt des Projekts ist die These, dass die in europäischen Stadtgesellschaften beobachtbaren Prozesse einer zunehmenden sozialen Diversifizierung, Polarisierung, Liberalisierung, Privatisierung und Versicherheitlichung im öffentlichen Personenverkehr in besonderer Brisanz und Intensität zutage treten. Unter besonderer Berücksichtigung postsozialistischer und postsowjetischer Transformationsprozesse werden die Forscher am IfL in den kommenden drei Jahren sowohl Narrative über den öffentlichen Raum analysieren als auch konkrete Erfahrungen und Auseinandersetzungen mit dem öffentlichen Raum unter die Lupe nehmen.

Das Vorhaben will nicht nur den wissenschaftlichen Diskurs um öffentliche Räume bereichern, sondern auch zu einer stärker raum- und geisteswissenschaftlich ausgerichteten Erforschung und Praxis des öffentlichen Verkehrs beitragen. Ein weiteres Anliegen ist es, die Arbeit von NGOs sowie Aktivistinnen und Aktivisten in ihrem Einsatz für einen inklusiven, sozialen und gerechten ÖPNV zu unterstützen und ÖPNV-Nutzer, Verkehrsplaner und kommunale Entscheidungsträger für diese Belange zu sensibilisieren.

Ergebnisse/Publikationen

Noch nicht verfügbar

Projekt-Info

Bearbeitung

Wladimir Sgibnev, N.N.

Kooperation(en)

Universität Tallinn, School of Humanities, Estland; Åbo Akademi Universität, Finnland; Université Libre de Bruxelles, Belgien

Laufzeit

05/2019 – 04/2022

Projektförderung

Humanities in the European Research Area (HERA), Programm "Public Spaces: Culture and Integration in Europe"; Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Weitere Informationen

Dr. Wladimir Sgibnev
Tel. +49 341 500 55-161
W_Sgibnev(at)ifl-leipzig.de

heranet.info/projects



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