Überlebensstrategien und neue Praktiken der Raumnutzung in ehemaligen Bergbaustädten an der postsowjetischen Peripherie

Fokus: Anpassung des Lebensraums und Anpassung an den Lebensraum

© Rano Turaeva-Hoehne

In ehemaligen Bergbaustädten der postsowjetischen Peripherie ist die staatliche Versorgung mit Strom, Wasser und Gesundheitsleistungen oft entweder unzureichend oder überhaupt nicht vorhanden. Das Projekt untersucht, welche Strategien die Bewohner dieser Städte entwickelt haben, um unter solchen schwierigen Bedingungen dennoch ihre Existenz zu sichern – beispielsweise durch die Verpachtung von Gartengrundstücken für den privaten Bergbau auf Manganknollen in der georgischen Stadt Tschiatura, deren Gas- und Wasserleitungsnetz durch jahrelange systematische Vernachlässigung inzwischen völlig verrottet ist. Der Schwerpunkt liegt auf neuen Praktiken in den Bereichen Landnutzung, Wirtschaften und Wohnen sowie auf Fragen der Mobilität bzw. Immobilität. Das Projekt fragt außerdem, wie sich staatliche Aufbauprogramme zur "Stärkung der Widerstandsfähigkeit" auf den Alltag der Menschen auswirken.

Das kollaborativ angelegte Vorhaben verfolgt weiter das Ziel, neue Forschungsnetzwerke zu initiieren und die Voraussetzungen für zukünftige gemeinsame Projekte von Partnern aus Zentralasien und dem Kaukasus zu schaffen. Um die Forschungsstrukturen in der Region zu stärken und akademische Karrieren zu ermöglichen, sollen insbesondere junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingebunden werden. Genauso wichtig ist die Kooperation mit Vertretern der lokalen Behörden, deren Kenntnisse und Einschätzungen in konkrete Handlungsempfehlungen einfließen sollen. Durch diese Zusammenarbeit können zivilgesellschaftliche Strukturen gestärkt werden und Maßnahmen, z.B. der Armutsbekämpfung, später besser umgesetzt werden.

Das Projekt knüpft an Vorarbeiten an, die am IfL seit 2015 unternommen wurden, um ein Forschungskonsortium für die weiterführende wissenschaftliche Zusammenarbeit zu etablieren.

Ergebnisse/Publikationen

Noch nicht verfügbar

Projekt-Info

Bearbeitung

Wladimir Sgibnev, Rano Turaeva-Hoehne

Kooperation(en)

Deutsch-Kasachische Universität, Kasachstan; Staatliche Universität Chudschand, Tadschikistan; Staatliche Universität Tiflis, Georgien

Laufzeit

07/2018 – 12/2019

Projektförderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Weitere Informationen

Wladimir Sgibnev
Tel.: +49 341 600 55-161
W_Sgibnev(at)ifl-leipzig.de

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