WOMEN

Strategien gegen die Abwanderung junger Frauen aus ländlichen Regionen Europas

Viele gut qualifizierte junge Frauen wandern aus strukturschwachen, ländlichen Räumen Europas ab. Dadurch verschärfen sich die ökonomischen, demografischen und sozialen Probleme in den betroffenen Regionen; die demografischen Schrumpfung wird beschleunigt, es kommt zu sozialen Erosionsprozessen. Außerdem sind negative Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung zu erwarten. Ein Fachkräftemangel, der in traditionellen Frauenberufen und im Dienstleistungsbereich besonders zum Tragen kommt, droht zunehmend zum negativen Standortfaktor zu werden.

Hauptziel des Projekts WOMEN war es in diesem Zusammenhang, konkrete Maßnahmen zu entwickeln und Strategien zu bewerten die geeignet sind, regionalen Abwanderungsprozessen und einem weiblichen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Im Fokus standen dabei folgende Fragen:

  • Wie können die beruflichen Perspektiven und die Erwerbsbeteiligung von jungen Frauen in Abwanderungsregionen verbessert werden?
  • Wie können lokale Unternehmen dazu beitragen, die Berufsaussichten junger Frauen in der Region zu stärken? Welche Bedeutung kommt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in diesem Zusammenhang zu?
  • Wie kann die Regionalentwicklung durch Imagekampagnen positiv beeinflusst werden, die sich an junge Frauen als besondere Zielgruppe richten und auf die spezifische regionale Situation eingehen?

Das Projekt baute auf Forschungsergebnissen aus dem am IfL bearbeiteten ESPON Projekt SEMIGRA auf. Ziel war es, die Empfehlungen aus der Vorgängeruntersuchung in der Praxis zu erproben, die entsprechenden Maßnahmen zu evaluieren und darauf aufbauend ein langfristiges Handlungskonzept zu formulieren. Im Rahmen einer von den Projektpartnern entwickelten transnationalen Strategie wurden Pilotinitiativen in sechs Fallstudienregionen initiiert. Folgende Maßnahmen standen in Mittelpunkt:

  • Der Aufbau von Netzwerken für Unternehmerinnen und weibliche Fach- und Führungskräfte soll die Berufsperspektiven von Frauen verbessern und die regionale Verbundenheit stärken.
  • Ein Demographie Coaching soll regionale Unternehmen hinsichtlich ihrer Personalpolitik für die Herausforderungen des demografischen Wandels und die Bedürfnisse weiblicher Fachkräfte sensibilisieren.
  • In Bezug auf die Fremd- und Eigenwahrnehmung der Regionen sollen Imagekampagnen entwickelt werden, die regionale Karrieremöglichkeiten junger Menschen in den Vordergrund stellen. Junge qualifizierte Frauen bilden die zentrale Zielgruppe der Kampagnen.

Die von einer selektiven Abwanderung junger, qualifizierter Frauen betroffenen Untersuchungsregionen waren neben Sachsen-Anhalt die Region Pomurje in Nordostslowenien, die Wojewodschaften Podlaskie und Podkarpackie in Ostpolen, die Region Südtransdanubien in Ungarn sowie das Bundesland Steiermark in Österreich.

Ergebnisse/Publikationen

Leibert, Tim (2014): Frauenerwerbstätigkeit in Deutschland und Europa. In: Nationalatlas aktuell 2014, 1, http://aktuell.nationalatlas.de/frauenerwerbstaetigkeit-1_01-2014-0-html/

Wiest, Karin / Rauhut, Daniel (2014): Rural development, female mobility and the provision of SGI – a target group oriented approach. In: ESPON (eds.): Second ESPON 2013 Scientific Report, Luxembourg, 61-67.

Wiest, Karin / Leibert, Tim (2013): Wanderungsmuster junger Frauen im ländlichen Sachsen-Anhalt: Implikationen für zielgruppenorientierte Regionalentwicklungsstrategien In: Raumforschung und Raumordnung, 71 (2013) 6: 455-469

Projekt-Info

Bearbeitung

Tim Leibert, Karin Wiest, Matthias Schaarwächter

Kooperation(en)

Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt (Deutschland, Leadpartner); Bildungswerk der Wirtschaft Sachsen-Anhalt e.V., (Deutschland); Innovation Region Styria GmbH, (Österreich); Podlaska Regional Development Foundation (Polen); South Danubian Regional Development limited Company, (Ungarn); South Danubian Regional Resource Centre, (Ungarn); University for Adult Education Murska Sobota, (Slowenien); Institute for Social Development Murska Sobota, Slowenien); Zam- GmbH, Zentren für Ausbildungsmanagement Steiermark (Österreich); Rzeszow Regional Development Agency, (Polen); B-4 Association, (Polen)

Laufzeit

07/2012–12/2014

Projektförderung

Europäische Union (INTERREG IVB)

Weitere Informationen

Karin Wiest
K_Wiest(at)ifl-leipzig.de 
Tel.: +49 89 55 26 59 74

Tim Leibert
T_Leibert(at)ifl-leipzig.de 
Tel.: +49 341 600 55-188

Wir verwenden Cookies, um unsere Website für Sie optimal zu gestalten.

Bitte stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.