Raumproduktionen im Verhältnis von Staat und Gesellschaft

Politik, Institutionen und staatliches Selbstverständnis beeinflussen unseren Alltag in hohem Maß – etwa wenn Teile der staatlichen Souveränität auf die EU übertragen werden oder überstaatliche Abkommen vormals regionale Arbeitsmärkte in internationale Zusammenhänge stellen. Dadurch ändern sich staatliche und gesellschaftliche Regulierungen in ganz konkreten Räumen. Der Forschungsbereich macht darauf aufmerksam, dass solche Räume sozial produziert werden, und untersucht, welche Rolle Raum in solchen Aushandlungsprozessen spielt.

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Politik, Institutionen und staatliches Selbstverständnis beeinflussen unseren Alltag in hohem Maß. Das spüren wir beispielsweise dann, wenn sich der gewohnte Zusammenhang von Staat, Territorium und Souveränität auflöst, indem Teile der staatlichen Souveränität auf die Europäische Union übertragen werden. Oder wenn überstaatliche Abkommen neuartige transnationale Investitionen ermöglichen, die zuvor lokale oder regionale Arbeitsmärkte in internationale Zusammenhänge stellen. In der öffentlichen Wahrnehmung werden die Ursachen für solche Veränderungen meist „der Wirtschaft“ oder „dem Recht“ zugeordnet. Dass sich dadurch staatliche und gesellschaftliche Regulierungen in ganz konkreten Räumen verändern, gerät dabei oft aus dem Blick. Der Forschungsbereich Raumproduktionen im Verhältnis von Staat und Gesellschaft macht darauf aufmerksam, dass solche Räume sozial produziert werden, bzw. er fragt danach, welche Rolle „Raum“ in solchen Aushandlungsprozessen spielt. Die Produktion von Räumen mit neuen Eigenschaften und von neuen Verhältnissen zwischen Staat und Gesellschaft im Raum untersucht der Forschungsbereich in Deutschlands strukturschwachen Regionen genauso wie an der östlichen Außengrenze der Europäischen Union.


Forschungsprojekte

IMAJINE  - Integrative Mechanisms for Addressing Spatial Justice and Territorial Inequalities in Europe 
NATURVATION  - Naturbasierte Lösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung in Europa 
Paradigmenwechsel in der Stadtplanung  - Konzepte für mehr Bürgerbeteiligung und Nachhaltigkeit – TRIPAR paradigms 
Lokal gestrandet, global vernetzt?  - Umgang mit Vielfalt an den gesellschaftlichen Rändern der postmigrantischen Stadt. Eine vergleichende Untersuchung in München und Leipzig 
Grenzüberschreitende Assemblages medizinischer Praktiken  - Teilprojekt im SFB 1199 "Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen" 
Fluid mobilities for cities in transformation  - Spatial dynamics of marshrutkas in Central Asia and the Caucasus 
Im "Ring sicherer Nachbarstaaten"  - Regionale und lokale Effekte des extraterritorialen Engagements der Europäischen Union in Belarus, Ukraine und der Republik Moldau 
IfL Forschungswerkstatt  - Konzepte und Methoden in der raumwissenschaftlichen Forschung 

Abgeschlossene Projekte

Artefakte der Mobilität, Artefakte der Macht  [abgeschlossen 12/2016]
Former Soviet Union: Mobilities and Migration  [abgeschlossen 11/2016]
Diskurse und Praktiken in schrumpfenden Regionen   [abgeschlossen 09/2016]
BRICINVEST  [abgeschlossen 06/2015]
Sofia – Stadt der Zukunft: grün, mobil und lebenswert  [abgeschlossen 04/2015]