Forschungsbereich: Multiple Geographien regionaler und lokaler Entwicklung

Der Forschungsbereich setzt sich mit Formen sozialräumlicher Polarisierung und Peripherisierung auf unterschiedlichen räumlichen Maßstabsebenen auseinander. Im Fokus steht die Frage, wie politische, ökonomische und zivilgesellschaftliche Akteure neue Entwicklungen in Gang setzen, welche Hindernisse dabei überwunden werden und welche Prozesse zur sozialräumlichen Bevorzugung oder Benachteiligung von Akteuren beziehungsweise Orten und Regionen führen. Der Forschungsbereich leistet damit einen Beitrag zu den Debatten um eine ausgeglichene und gerechte Raumentwicklung wie auch zu einem besseren Verständnis des räumlichen und sozioökonomischen Wandels für verschiedene Gesellschaftsgruppen.

Ausführlicher …


Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Integration in Europa wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer auch mit dem Ziel vorangetrieben, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern und in räumlicher Hinsicht ausgeglichener zu gestalten. Gemeinsame politische Werte sollten dazu ebenso beitragen wie freier Handel, ein gemeinsamer Markt und die Mobilität von Personen und Ideen. Mit ihrer Regionalentwicklungspolitik hat die Europäische Union ein Instrument geschaffen, das sich mit großem finanziellem Aufwand dem strukturellen Ausgleich zwischen Regionen in Europa widmet. Bemühungen um ausgewogene Lebensverhältnisse gibt es auch auf der nationalen Ebene. Dennoch entwickeln sich Räume oft ungleich.

Im Hinblick darauf erarbeitet der Forschungsbereich neue Perspektiven auf divergierende sozialräumliche Entwicklungen, die „multiple Geographien“ zur Folge haben. Und er macht Lösungsvorschläge, wie der politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Herausforderung einer zunehmenden Polarisierung und Peripherisierung begegnet werden kann. Im Fokus steht die Frage, wie politische, ökonomische und zivilgesellschaftliche Akteure neue Entwicklungen in Gang setzen, welche Barrieren dabei überwunden werden und welche Prozesse zu einer sozialräumlichen Bevorzugung oder Benachteiligung von Akteuren beziehungsweise Orten und Regionen führen.

Mit Blick auf die Debatten um eine ausgeglichene und gerechte Raumentwicklung erarbeitet der Forschungsbereich alternative Perspektiven für strukturschwache und peripherisierte Regionen. Im Fokus stehen Formen von Regionalentwicklung, die bisher in der Öffentlichkeit wenig Beachtung finden.

Welche Rolle spielen lokale räumliche Rahmenbedingungen und Bezüge in sozialen und ökonomischen Innovationsprozessen? Inwiefern können Prozesse des regionalen und lokalen Wandels als kollaborative Prozesse staatlichen und nichtstaatlichen bzw. semistaatlichen Handelns verstanden werden? Wie und unter welchen Bedingungen positionieren sich Städte, Regionen und insbesondere peripherisierte Räume neu im Kontext von Europäisierung, Nationalstaatsbildung, Internationalisierung und Globalisierung? Diesen Fragen geht der Forschungsbereich in meist transnational vergleichenden Studien auf den Grund.


Projekte

Peripher global: Weltmarktführer auf dem Lande
Paradigmenwechsel in der Stadtplanung
Industrielles Erbe, kulturelle Ressourcen der heutigen Industrie und kreative Pioniere – InduCult2.0
Sozialunternehmen in strukturschwachen ländlichen Regionen: Innovative Problemlöser in Aktion (RurAction)
Horizonte erweitern, Perspektiven ändern
Hidden Champions – Stabilisierungs- und Entwicklungsfaktoren von Kleinstädten in peripheren Lagen
Agenten des Wandels in Altindustrieregionen Europas
Lokale Demokratie in Klein- und Mittelstädten unter den Bedingungen von Peripherisierung

Abgeschlossene Projekte

ira.urban
Socio-economic and Political Responses to Regional Polarisation in Central und Eastern Europe – RegPol²
Bergbaustädte in Zentralasien und im Südkaukasus
Städte "nach dem Niedergang": Urban Revival in den USA und Russland

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