Vergangene Gegenwarten – Facetten aus dem Archiv für Geographie

Im Archiv für Geographie befinden sich etwa 130 Nachlässe bedeutender Hochschulgeographen, Forschungsreisender und Privatgelehrter sowie Aktenbestände geographischer Vereine, Verbände und Zeitschriftenredaktionen. In ihnen spiegelt sich die Disziplingeschichte der Geographie im 19. und 20. Jahrhundert wider.

Die Ausstellung zeigt auf 26 Postertafeln 14 exemplarische Bestände. Einen Schwerpunkt bilden bedeutende Vertreter der Leipziger Hochschulgeographie, die die deutsche und internationale Geographie entscheidend geprägt haben:

  • Friedrich Ratzel (1844–1904), der als Begründer der Anthropogeographie gilt und dessen Politische Geographie und Völkerkunde später herangezogen wurde, um Geopolitik und Rassenkunde wissenschaftlich zu begründen;
  • Joseph Partsch (1851–1925), der sich einen Namen machte als Landes- und Länderkundler sowie als Glazialmorphologe;
  • Ernst Neef (1908–1984), der von Leipzig und Dresden aus die Landschaftsökologie als Wissenschaft entscheidend prägte und eine große Schule ausbildete;
  • Hans Meyer (1858–1929), der durch Forschungsreisen nach Afrika und Südamerika bekannt wurde und durch die Erstbesteigung des Kilimandscharo 1889 Berühmtheit erlangte.

Die ebenfalls gezeigten Unterlagen der Ersten Deutschen Südpolarexpedition 1901–1903 oder die Zentralasienexpedition Emil Trinklers 1927/28 geben interessante Einblicke in den Forschungsalltag der Geographen. Auch die geographischen Wissenschaftsstrukturen im Nationalsozialismus oder in der DDR werden dargestellt. Schließlich präsentiert die Ausstellung anschaulich Aspekte der jüngeren Ideengeschichte wie die Theorie der Zentralen Orte von Walter Christaller oder die Sozialgeographie Wolfgang Hartkes.

Kontakt

Heinz Peter Brogiato
H_Brogiato(at)ifl-leipzig.de
Tel.: +49 341 600 55-126

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