Forschungsbereich: Historische Geographien

Der Forschungsbereich untersucht, wie sich die internationale Geographie in den vergangenen 200 Jahren vor dem Hintergrund zeitgenössischer Globalisierungsphasen entwickelt hat. Die Erkenntnisse aus unseren historischen Studien nutzen wir, um auszuloten, wie man Regionale Geographien unter den heutigen Globalisierungsbedingungen neu und anders erzählen kann. Dazu dienen auch attraktive regionalgeographische Vermittlungsformate, die auf die Bedürfnisse und Gewohnheiten einer digitalisierten Gesellschaft abgestimmt sind. Derzeit erarbeiten der Forschungsbereich ein neues Konzept für die Bücher der Reihe „Landschaften in Deutschland“, die mit ihren webbasierten Ergänzungsangeboten zu den wichtigsten Transferprodukten des Instituts zählt.

Ausführlicher …


Wie können wir Regionale Geographien unter den gegenwärtigen Globalisierungsbedingungen neu und anders erzählen? Mit dieser Frage beschäftigen wir uns im Forschungsbereich „Historische Geographien“. Mit Methoden der jüngeren Global und Spatial History untersuchen wir dazu die Entwicklung der internationalen Geographie in den letzten 200 Jahren. Wir fragen nach interkontinentalen und transnationalen Zirkulationsprozessen von geographischem Wissen und raumbezogenen Konzepten, vergleichen Aktivitätsprofile von geographischen Institutionen und analysieren vor dem Hintergrund von Globalisierungsprozessen die Rolle geographischer Raumsemantiken für die Herstellung von Weltbildern, die in Form von Texten, Bildern oder Karten kommuniziert wurden und die raumbezogene Vorstellungswelt früherer Epochen prägte. Die wissenschaftshistorischen Forschungen zielen darauf ab, ein neues Geschichtsbild der (Regionalen) Geographie zu entwickeln. Diese verstehen wir als eine Kombination raumbezogenen Praktiken, die tief in Prozesse der Globalisierung eingelassen sind – teils als Reaktion, teils aber auch als eigenständige Triebkräfte.

Zusätzlich zu den historischen Studien zur Theorie und Methodologie der Regionalen Geographie hat der Forschungsbereich die Aufgabe, ein neues Konzept für die IfL-Reihe „Landschaften in Deutschland“ als wichtiges Transferprodukt des Instituts zu erarbeiten. Die Herausforderung besteht darin , landeskundliches Wissen – als Ergebnis interdisziplinärer Forschung – unter gezielter Nutzung digitaler Werkzeuge in neuen Formaten so zu vermitteln, dass es unterschiedliche Nutzerkreise anspricht und sich für die Verwendung in verschiedenen Bereichen zivilgesellschaftlichen Engagements eignet, beispielsweise im Kontext von Dorferneuerung, Landschaftspflege, Umwelt- und Naturschutz oder ehrenamtlichen Tätigkeiten in unterschiedlichen Vereinen.


Projekte

Vorprojekt Wismut-Erbe-Forschung
Theorie und Empirie der transformativen Philanthropie im Anthropozän
Landeskundliche Bestandsaufnahme
SpielRäume – Entdeckungs- und Erlebnisraum Landschaft
Narrativer, ästhetischer und kartographischer Raum um 1850
„Unser Feld ist die Welt“: Geographische Gesellschaften 1821–1914 im internationalen Vergleich

Abgeschlossene Projekte

Digitale Visualisierungsformate für landeskundliche Informationen
Robinson, van de Velde und die deutsche Palästinakartographie im 19. Jahrhundert

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