Pressemitteilung vom 9. Juli 2018

Volkswagen-Stiftung bewilligt 920.000 Euro für Forschungsprojekt

Internationales Vorhaben unter Leitung des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) befasst sich mit neuen Ansätzen für wirtschaftliche Entwicklung in Europas Altindustrieregionen

Experten sind sich einig: Die wachsende Kluft zwischen wirtschaftsstarken Metropolregionen und strukturschwachen Räumen abseits der Ballungsgebiete gefährdet die Stabilität Europas und den sozialen Zusammenhalt in der Europäischen Union. Wie es peripheren Räumen trotz ungünstiger Bedingungen und Trends dennoch gelingen kann, den Wohlstand zu fördern und das Miteinander in der Gesellschaft zu stärken, wollen Wissenschaftler in den kommenden drei Jahren in Altindustrieregionen in Deutschland, Großbritannien, Schweden, Tschechien und Ungarn untersuchen. Für das internationale Forschungsprojekt „Agents of change in old-industrial regions in Europe“ unter der Leitung des IfL stellt die Volkswagen-Stiftung insgesamt 920.000 Euro zur Verfügung.

„Wir wollen besser verstehen, wie neue Entwicklungspfade auch unter schwierigen Voraussetzungen in Altindustrieregionen entstehen können“, erklärt IfL-Wissenschaftler und Projektkoordinator Nadir Kinossian. Gemeinsam mit Leipziger Kollegen und Forschern aus Lund, Budapest, Ústi nad Labem und Cardiff wird er sich hauptsächlich mit diesen Fragen befassen: Wer sind die Initiatoren neuer Entwicklungspfade und wie sind sie regional und überregional vernetzt? Wie erkennen und nutzen die Akteure geeignete Zeitfenster? Welche Rolle spielen das politische Umfeld, institutionelle Einstellungen und Organisationskulturen? Und: Welche Hindernisse und Konflikte erschweren neue Entwicklungen?

Untersucht werden erstmals neue Entwicklungswege in strukturschwachen Räumen Europas im transnationalen Vergleich. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler versprechen sich von dem breit angelegten Vorhaben einen differenzierteren Blick auf die unterschiedlichen Entwicklungspotenziale altindustrialisierter Regionen, die bisher oft pauschal betrachtet wurden. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, regionsspezifische Förderinstrumente zu entwickeln und einzusetzen. Um die Erkenntnisse bekannt zu machen, sind mehrere Veranstaltungen mit politischen Entscheidungsträgern vor Ort sowie mit EU-weit operierenden Entwicklungsagenturen wie ERRIN und EURADA geplant. Das Projekt startet Anfang 2019.

Das Vorhaben wird aus dem Förderangebot „Herausforderungen für Europa“ der Volkswagen-Stiftung finanziert. Das Programm wurde angesichts zahlreicher Krisen innerhalb Europas in den vergangenen Jahren im Sommer 2017 eingerichtet und soll Erkenntnisgewinne zu grundlegenden Fragen mit Bezug auf die EU-Mitgliedstaaten ermöglichen.

Weitere Informationen

Dr. Nadir Kinossian
Leibniz-Institut für Länderkunde
N_Kinossian(at)ifl-leipzig.de


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